Urteil
Obergericht senkt Strafmass: Eritreer erhält 12 statt 20 Jahre für einen Mord in Gipf-Oberfrick

Der 30-Jährige habe zum Zeitpunkt der Tat unter einer psychischen Störung gelitten, so ein psychiatrisches Gutachten. Daher wurde das damalige Urteil des Bezirksgerichts gesenkt.

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TeleM1 Aktuell

In einem regelrechten Blutrausch tötete im April 2018 in Gipf-Oberfrick ein Eritreer einen Landsmann aus Eifersucht, da dieser angeblich von den Behörden bevorzugt behandelt worden sei. Rund 14 Mal stach der Mann dabei auf sein Opfer ein und schlug danach noch mehrere Male mit einem Stein auf den Kopf des Opfers. Die Leiche des Opfers versteckte er danach im Keller seines Wohnhauses, bis ein Nachbar die Blutspur entdeckte und die Polizei alarmierte.

Für diese Tat wurde der 30-Jährige vom Bezirksgericht Laufenburg zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Am Donnerstag wurde der Fall nun vor Obergericht verhandelt, welches das Strafmass erheblich senkte: Der Schuldspruch für Mord bleibe zwar bestehen, die Gefängnisstrafe werde aber von 20 auf 12 Jahre gesenkt. Dies, weil ein psychiatrisches Gutachten dem Mann zum Zeitpunkt seiner Tat eine psychische Störung attestierte.

Aus diesem Grund, argumentierte das Obergericht, sei der Beschuldigte stark vermindert schuldfähig, weshalb das Strafmass gesenkt werden müsse. Zudem sei der Mann wegen dieser Tatsache Massnahmen-bedürftig, weshalb zusätzlich eine stationäre Therapie angeordnet wurde.

Warum sich der Mann im vergangenen Jahr geweigert hat, für die Verhandlung vor dem Bezirksgericht ein psychiatrisches Gutachten anfertigen zu lassen, für den Prozess vor dem Obergericht nun aber ein Gutachten zugelassen habe, sei für die Staatsanwaltschaft unverständlich, so Staatsanwältin Simone Bühlmann: «Für uns ist dieser Schritt nicht nachvollziehbar.»

Gut möglich sei jedoch, dass der Beschuldigte in seiner neuen Verhandlung Aussicht auf eine Senkung des Strafmass gesehen und darum der Erstellung eines Gutachtens zugestimmt habe. Vor Gericht schwieg der Beschuldigte und seine Verteidigung wollte sich dazu nicht äussern. (kca)

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