Bözen/Villigen
Urs Hofmann: «Wir müssen durch Leistungen und Qualität überzeugen»

Regierungsrat Urs Hofmann hat am Forum Botia erklärt, warum der Kanton Aargau die gleichen Hürden meistern muss wie bei der Gründung vor 211 Jahren

Claudia Meier
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Innovationspark beim PSI: Der Grosse Rat hat es in der Hand, ob aus demComputer-Modell Realität wird.Ho/KANTON AG)

Innovationspark beim PSI: Der Grosse Rat hat es in der Hand, ob aus demComputer-Modell Realität wird.Ho/KANTON AG)

Mit einem Blick auf die Geschichte des Aargaus machte Volkswirtschaftsdirektor und Landstatthalter Urs Hofmann am Donnerstagabend am 6. Forum Botia in Bözen deutlich, dass es kein Zufall ist, wenn sich ein Kanton mit Innovationen profilieren kann. Der Aargau sei bei der Gründung 1803 ein Konstrukt gewesen, das es so nicht hätte geben dürfen, sagte Hofmann. Private Initianten und Investoren sorgten dann für einen Entwicklungsschub.

Es entstanden Kantonsschulen und erste Industriebetriebe. Baden entwickelte sich mit der Eröffnung der Eisenbahn und des Wasserkraftwerks. In Sachen Industrialisierung stand der Aargau 1930 an dritter Stelle unter allen Kantone.

Urs Hofmann, Regierungsrat.

Urs Hofmann, Regierungsrat.

Alex Spichale

Ausgeprägter Industriesektor

Für Weiterentwicklungen braucht es Inspirationen und Ideen. Innovationen seien allerdings erst tragend, wenn die Ideen auch umgesetzt werden können und das erfordere harte Arbeit, so Hofmann. Heute ist der Aargau die viertstärkste Wirtschaftsregion der Schweiz. Dank Energietechnologien ist der Industriesektor besonders ausgeprägt. Rund 35 Prozent der Arbeitskräfte sind im sogenannten zweiten Sektor tätig. Im schweizerischen Durchschnitt sind es nur 25 Prozent. «In Frankreich sind es keine zehn Prozent mehr», räumte Hofmann ein und spannte den Bogen zur Regierungspolitik.

«Es gibt viele KMU, die einen guten Zugang zu Technologien brauchen, damit ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden kann. Um die Attraktivität für innovative Unternehmen zu verbessern, haben wir von der Regierung Hightech Aargau lanciert», so Hofmann. Mit dem Standort Brugg und der Nähe zur Fachhochschule Nordwestschweiz, zum Technopark Aargau sowie zum Paul-Scherrer-Institut (PSI) ist eine Hightech-Region entstanden, die in dieser Kombination einzigartig sei.

All diese möglichen Synergien waren mit ein Grund, dass sich der Aargau mit dem Projekt «Park Innovaare» erfolgreich als regionaler Standort des Schweizerischen Innovationsparks bewarb. Unter diesem Dach sind mehrere Standorte vorgesehen: Von Anfang gesetzt waren die Standorte an der ETH Zürich und Lausanne. Für die anderen gab es einen Wettbewerb.

Grossrat entscheidet im Januar

Hofmann sagte dazu: «Wir müssen durch Leistungen und Qualität überzeugen.» Beim PSI seien bereits 2000 Arbeitsplätze sowie eine gute Infrastruktur vorhanden. Vom Park Innovaare, dem neuen Entwicklungs- und Forschungszentrum, könne mittelfristig auch das untere Aaretal profitieren, wenn dereinst die Kernkraftwerke ausser Betrieb genommen werden. Mit diesem Projekt erhalte der Aargau die Chance, zum innovativsten Kanton in der Schweiz zu werden.

Voraussichtlich im Januar werde der Grosse Rat über den Park Innovaare entscheiden, so der Regierungsrat abschliessend.