Fricktal

Urlaubskasse aufbessern: Ferienjobs in der Region sind gefragt – aber rar

Für die Sommerferien suchen sich einige Schüler eine Tätigkeit, um ihren Kontostand aufzubessern.

Für die Sommerferien suchen sich einige Schüler eine Tätigkeit, um ihren Kontostand aufzubessern.

Das Warenhaus Manor hat in Möhlin bereits 70 Ferienjobs besetzt– bei den Pharma-Riesen Novartis und Roche zählt hingegen vor allem Vitamin B.

Im Portemonnaie herrscht Ebbe und die Sommerferien stehen vor der Türe – eine Situation, die vielen Schülern und Studenten bekannt sein dürfte. Wer dennoch die Ferien am Strand ins Auge gefasst hat, für den gibt es nur eines: Arbeiten. Doch wie kommen Schüler und Studenten überhaupt an einen der begehrten Ferienjobs, um ihre Urlaubskasse aufzubessern, und wer bietet im Fricktal überhaupt solch einen an? Die AZ hat nachgefragt.

Manchmal reicht schon der Gang zu den Eltern aus, um fündig zu werden. Zumindest wenn diese bei Roche oder Novartis tätig sind. «Wir haben am Standort in Kaiseraugst nur einen geringen Bedarf an Schüler-Aushilfen in den Sommermonaten. Diesen können wir über ein internes Mitarbeiter-Programm abdecken», sagt Roche-Sprecher Karsten Kleine.

Ähnliches gilt für das Novartis-Werk in Stein, wo rund 20 Ferienjobs von Juni bis Mitte September angeboten werden. «Die Ferienjobs sind sehr begehrt. Meistens werden die Stellen an Angehörige oder Freunde von Mitarbeitenden vergeben», sagt Novartis-Sprecher Daniel Zehnder.

So werden auch nur «ganz wenige» Stellen ausgeschrieben, die in der Stunde mit 18 bis 25 Franken vergütet werden. Zu den Aufgaben der Ferienjobber bei Novartis gehören unter anderem Büroarbeiten oder die Mitarbeit an der Produktionslinie und Arbeiten im Labor unter Aufsicht.

Mindestalter bei Manor: 16 Jahre

Vitamin B hat in der Ferienjobrekrutierung für die Verteiler-Zentrale von Manor in Möhlin ein geringeres Gewicht als für die beiden Pharma-Riesen. «Die Bewerber nehmen jeweils direkt Kontakt mit der Personalabteilung auf», sagt Manor Sprecher Andreas Richter. Über den ganzen Sommer verteilt sind für Manor in Möhlin rund 70 Schüler und Studenten im Einsatz.

Bisher habe man nur gute Erfahrungen mit den jungen Leuten gemacht. Das Mindestalter der Ferienjobber ist 16 Jahre. Die Aufgaben reichen vom Auszeichnen der Ware und dem Herrichten von Textilien bis zur Lagerbewirtschaftung. Die Bezahlung beträgt zwischen 16 und 22 Franken pro Stunde. Manor hat den Rekrutierungsprozess für die Ferienjobs bereits abgeschlossen.

Gleiches gilt für die Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden. Dort wurden acht Ferienjobs angeboten, die bereits Anfang des Jahres vergeben wurden. «Wir hatten zahlreiche Anfragen», sagt Gaby Gerber, Leiterin Unternehmenskommunikation. Bei Feldschlösschen führen die Jugendlichen ab 14 Jahren unter anderem Malerarbeiten und Unterhaltsarbeiten aus oder pflegen das Areal.

Chancen, sich noch einen Ferienjob zu ergattern, hat man bei Coop. «Wir bieten – unter anderem auch in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden – in geringem Umfang Ferienjobs an und besetzen diese mit Spontanbewerbungen», sagt Coop-Sprecherin Alena Kress.

Bei den Aufgaben handelt es sich vor allem um Arbeiten wie Regale auffüllen, kassieren und kommissionieren. Auch Migros nimmt noch Spontanbewerbungen für Ferienjobs entgegen. «Die Filialleiter entscheiden, ob und wie viele Schüler und Studenten sie während der Ferienzeit beschäftigen wollen», sagt Migros-Aare-Sprecherin Andrea Bauer.

«Kaum da, schon wieder weg»

Schon seit rund zehn Jahren bietet die Louis Ditzler AG in Möhlin keine Ferienjobs mehr an. Dies, weil der Aufwand für das Einlernen zu gross sei. «Kaum sind die Ferienjobber da, gehen sie auch schon wieder», sagt Claudia Küng vom Personalwesen. Aus dem gleichen Grund bietet auch die Firma Balteschwiler AG in Laufenburg keine Ferienjobs an, sagt Nelly Schibli von der Administration.

Hingegen bieten einige Gemeinden den Schülern die Möglichkeit, durch die Reinigung von Schulanlagen oder die Mitarbeit im Werkhof ihren Kontostand aufzubessern. Dazu gehören beispielsweise die Gemeinden Möhlin und Rheinfelden.

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