Rheinfelden
«Urbane Insel»: Stararchitekt plant 50-Millionen-Überbauung

An der Kaiserstrasse entstehen 5 Mehrfamilienhäuser mit 30 Wohnungen. Rund 50 Millionen werden in die Überbauung investiert.

Thomas Wehrli
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Nehmen die Umgebung auf: die fünf Mehrfamilienhäuser auf dem Areal zwischen Kaiser- und Habich-Dietschy-Strasse. Visualisierung.

Nehmen die Umgebung auf: die fünf Mehrfamilienhäuser auf dem Areal zwischen Kaiser- und Habich-Dietschy-Strasse. Visualisierung.

zvg

Rheinfelden bekommt am westlichen Stadteingang eine neue optische Visitenkarte: Die Anton Giess AG erstellt am Schnittpunkt zwischen Kaiserstrasse und Habich-Dietschy-Strasse fünf hochwertige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Wohnungen, 91 Einstellplätzen und 800 Quadratmetern Dienstleistungsflächen im Erdgeschoss. Insgesamt investiert Giess, der Bauherr und Investor in Personalunion ist, rund 50 Millionen Franken in die Überbauung.

Das Projekt, das aus einem Architekturwettbewerb hervorging, wurde vom Zürcher Stararchitekten Max Dudler entworfen. Es ist seine erste Arbeit in der Nordwestschweiz.

«Wir wollen an diesem Standort eine hohe Qualität erreichen und haben uns deshalb für die teurere Variante, also einen Wettbewerb, entschieden», erklärt Anton Giess das Prozedere. In der Jury sassen neben renommierten Architekten auch Vertreter der Stadt.

Anton Giess ist denn auch überzeugt, dass das Auflageverfahren, das bis zum 10. Juni dauert, schlank über die Bühne gehen wird. «Wir erfüllen sämtliche Auflagen an eine Arealüberbauung und haben von Anfang an eng mit der Stadt zusammengearbeitet.»

Dazu gehört auch, dass Giess das Areal, auf dem früher eine Zahnradfabrik sowie eine Autogarage standen und das er bereits vor mehreren Jahren erworben hat, genau abklären liess.

Dabei stellten die Experten fest, dass die Altlasten (das Areal ist im Altlastenkataster vermerkt) minimal sind. «Diese Altlasten werden wir vollumfänglich beseitigen, sodass die Überbauung danach als altlastenfrei gilt.»

300 Meter zum Bahnhof

Optisch setzt die «urbane Insel», wie Dudler sein Projekt im Wettbewerb nannte, einen städtebaulichen Akzent und bildet eine in sich geschlossene Einheit. Die Wertigkeit drückt sich unter anderem in der gemauerten, hellen Klinkerfassade aus – und, unter der Haut, im Minergie-P-Standard.

Die Dreieinhalb- bis Fünfeinhalb-Zimmer-Wohnungen, die teils Rheinsicht haben, sind zwischen 120 bis 160 Quadratmeter gross; die Attikawohnungen, die bei Interesse auch als Maisonette-Wohnungen ausgeführt werden können, bieten sogar bis zu 200 Quadratmeter.

Da pro Etage in den fünf fast kubischen Gebäuden nur zwei Wohnungen realisiert werden, hat jede Wohnung auf drei Seiten Tageslicht. «Damit verfügt auch jede Wohnung über mindestens eine Nasszelle mit Tageslicht», so Giess.

Die Lage der Überbauung, welche die Körnung der Umgebung aufnimmt (locker entlang der Kaiserstrasse, verdichteter entlang der Habich-Dietschy-Strasse), bezeichnet Giess als «optimal», denn die Altstadt und der Bahnhof seien innert weniger Minuten zu Fuss erreichbar. Wichtig ist Giess, dass für die Bewohner innerhalb der Anlage eine «Oase mit viel Grün» entsteht.

Rund die Hälfte der 30 Wohnungen wird vermietet, der Rest verkauft. Die Verkaufspreise hat der Architekt noch nicht festgelegt, die Wohnungen werden aber «im gehobenen Segment» sein.

Verkaufsstart ist im Spätsommer. «Sobald die Baubewilligung vorliegt, werden wir auch die Verkaufs-Homepage aufschalten.» Simon Giess, der für den Verkauf zuständig ist, ist überzeugt, dass er die Wohnungen gut an den Mann respektive die Frau bringen wird. «Wir haben bereits jetzt mehrere Interessenten», sagt er.

Denner schliesst Ende August

Baustart ist, läuft im Bewilligungsverfahren alles rund, im Frühling 2016. Giess rechnet mit einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren, womit die ersten Wohnungen im Herbst 2017 bezugsbereit sind.

Der Abbruch der bestehenden Liegenschaften erfolgt Ende 2015. Die meisten Gebäude auf dem 5500 Quadratmeter grossen Areal stehen bereits leer. Noch in Betrieb ist die Denner-Filiale; sie schliesst Ende August.

Das Christliche Zentrum Rheinfelden, das seinen Sitz ebenfalls auf dem Areal hatte, ist bereits vor Monaten in einen Neubau an den Flossländeweg 12 umgezogen.