Gute Tradition bei der Theatergruppe des gemischten Turnvereins Münchwilen ist es seit langem, zur Hauptprobe ihres jeweils aktuellen Stückes, Schülerinnen und Schüler aus der Region einzuladen. So auch bei der Uraufführung des Lustspiels «Die nöi Wohnig» von Annelies Lischer, bei dem sie erstes, kritisches Publikum waren. Die Kinder verfolgten die Handlung überwiegend mit grosser Aufmerksamkeit, spendeten zum Schluss herzlichen Applaus.

Autorin an der Premiere

«Eine kleine Vorentscheidung auch für uns» befand Alex Waldmeier, in dessen Händen erstmals die Regie lag. Theatererfahrung bringt er allerdings reichlich mit, schon seit seinem 18. Lebensjahr steht er als Hobbydarsteller auf der Bühne. Völlig neu im Team sind Nicole Woodtli, Frank Glinke und Souffleuse Sibylle Winter, die ohne bisherige Theatererfahrung herzerfrischend unbeschwert das Stück bereicherten. Mit viel Spass waren sie sofort dabei, genossen zusammen mit den anderen die spannende Zeit der gemeinsamen Proben.

Am Samstag fand die Uraufführung von «Die nöi Wohnig» statt und auch die Autorin des Stücks, Annelies Lischer, liess es sich nicht nehmen, dieser Premiere beizuwohnen. Lischer fand dabei Gefallen an der Aufführung der Theatergruppe Münchwilen.

Das Lustspiel «Die nöi Wohnig» lebt vor allem von einem zwar leicht überspitzt gezeichneten, aber dennoch jedem ziemlich bekannten Alltag mit amüsant- freche Dialogen. Marco (Urs Schumacher) und seine Ehefrau Linda (Nicole Woodtli) sind Eltern geworden und benötigen deshalb eine grössere Wohnung. Via Internet sucht und findet der frischgebackene Vater die neue Bleibe, während Linda noch mit dem Neugeborenen im Spital ist. Im Schweisse seines Angesichts zügelt Marco, freundschaftlich unterstützt vom arbeitsuchenden Andi (Sven Kungler), der Marco dabei seine brisante Situation gesteht. Helfend zu Stelle ist auch Andis Frau Yvonne (Zita Burkart). Beide sind etwas misstrauisch, denn eine solch attraktive und preisgünstige Wohnung muss doch einen Haken haben. Aber wo? Das zeigt sich schnell. Aus den Hähnen im Bad kommt zwar Wasser, doch es fliesst nicht, sondern spritzt im hohen Bogen. Der Abfluss dagegen ist dicht. Abhilfe schaffen könnte Hauswart Koni (Rainer Borer). Der jedoch ist weder der schnellste noch der schlauste, wichtig ist ihm vor allem sein eigenes, kulinarisches Wohl. Und dann ist da noch Nachbarin Esther (Gerdi Woodtli), ein vertratschtes Schandmaul, die beim Anblick eines nackten Mannes liebend gerne noch schnell einen Nachschlag nimmt.

Die Mutter kommt zu Besuch

Marco, frischgekürter Vater mit zwei linken Händen, versucht eher vergeblich, sich gegen die übermächtige Präsenz seiner Mutter Berta (Beatrix Ben Kheder) zu wehren. In der festen Überzeugung, immer und überall unentbehrlich zu sein, taucht sie ungefragt auf und nistet sich auch noch ungebeten für einen längeren Aufenthalt ein.

Flink mit Urteilen und Verdächtigungen, mischt sie sich überall ein, versteht es immer geschickt, Arbeiten weiter zu delegieren. Der gutmütige, etwas einsame Pensionär Paul (Frank Glinke) und die linkische Susi (Claudia Adler) kommen da genau richtig. Und so nehmen die Ereignisse bald Fahrt auf, die Akteure sind zunehmend genervt und es stellt sich die Frage: «Ist die neue Wohnung gar ein Albtraum?»

Eine weitere Aufführung findet am Samstag, 24. Januar, 20 Uhr in der Turnhalle Münchwilen statt.