In den Bereichen schulinternes Qualitätsmanagement, Schul- und Unterrichtsklima, Strukturen und Prozesse der Schule, Elternkontakte sowie Erfüllung der Betreuungs- und Aufsichtsfunktion stehen die Ampeln an der HPS Frick auf Grün.

Negativ fiel dagegen die Bewertung im Bereich Arbeitsklima für Lehrpersonen aus. Hier wurde die Ampel auf Gelb gestellt. Gar eine rote Ampel wurde der Bereich Schulführung belegt.

Gemäss der Broschüre «Funktion und Bedeutung der Ampelkriterien in der externen Schulevaluation an den Aargauer Volksschulen» des kantonalen Departements für Bildung, Kultur und Sport (BKS) und der Fachhochschule Nordwestschweiz, bedeutet eine rote Ampel «nicht-tolerierbare Defizite» und «dringenden Handlungsbedarf».

Probleme bei Zuständigkeiten

«Es ist der Schulführung offenbar noch nicht gelungen, die lange vorbereiteten und neu implementierten Rollen ‹Bereichsleitung Sozialpädagogik/ständige Vertretung der Schulleitung› bis zum Zeitpunkt der Schulevaluation zufriedenstellend abzuschliessen», so Bernhard Burgener, Vizepräsident der Schulpflege Frick.

Konkreter heisse das, so Burgener auf Nachfrage, dass Anfang des Schuljahres 2012/13 eine neue Stelle im Bereich Sozialpädagogik geschaffen worden sei.

«Offenbar waren zum Zeitpunkt der Evaluation noch nicht alle Rollen und Zuständigkeiten geklärt.» Schuldzuweisungen auf einzelne Personen seien im Bericht der externen Schulevaluation nicht enthalten, so Burgener weiter, es gehe um die Gesamtorganisation.

Auf Nachfrage der Aargauer Zeitung führte Mirjam Obrist, Leiterin Sektion Schulentwicklung des BKS der Abteilung Volksschule aus: «Für das Kriterium ‹Schulführung› sind Schulleitung und Schulpflege gemeinsam zuständig. Bei einer roten Ampel sind die strategischen Defizite bei der Schulpflege, die operativen Defizite hingegen bei der Schulleitung anzusiedeln.»

Schulleiter René Sommer äusserte sich mit Verweis auf eine Abmachung, wonach einzig die Schulpflege für die Kommunikation zuständig sei, nicht zum Thema.

Instrumentarium geeignet?

Die rote Ampel hat laut Aussagen von Bernhard Burgener an der HPS für ein gewisses Unverständnis gesorgt. «Das Instrumentarium der externen Schulevaluation ist für die Regelschule ausgelegt und wird der HPS übergestülpt», suchte er nach möglichen Erklärungen.

Wie so vieles im Alltag eines jungen Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung grenzten auch die Standardfragebögen der externen Schulevaluation diese Menschen aus.

Die Schulleitung habe daher bei den Experten auf einer Befragung aller Lernenden bestanden. «Dank der unterstützten Kommunikation mittels Piktogrammen konnten die Fragebögen schliesslich allen Schülern zugänglich gemacht werden», so Burgener.

Rekursmöglichkeit nicht genutzt

Mirjam Obrist zieht das Instrumentarium dagegen nicht in Zweifel: «Grundsätzlich ist es auch für die HPS geeignet. Bei den Evaluationen an der HPS werden zusätzlich Personen eingesetzt, die über fachspezifisches Wissen verfügen.»

Weiter weist sie darauf hin, dass Schulführungsverantwortliche, die mit einem Evaluationsbericht oder den Beurteilungen nicht einverstanden sind, die Möglichkeit haben, an die Schulevaluationskommission zu gelangen.

Diese behandle Einwendungen der Schulen, die sich gegen die im Bericht dargelegten Evaluationsergebnisse richten, und gebe Empfehlungen ab. Laut Burgener wurden seitens der Schulpflege Frick oder der HPS keine derartigen Einwendungen gemacht.

Positive Elternbefragung

Weiter betonte Bernhard Burgener, dass die Elternbefragung Resultate erbracht habe, die weit über dem kantonalen Durchschnitt liegen. Wichtig sei es der Schulpflege und der Schulleitung, die ausgewiesene hohe Zufriedenheit der Eltern und Schüler zu erhalten.

Gerüchte, wonach unter den Mitarbeitenden ein schlechtes Klima herrsche, wies Bernhard Burgener zurück. «Bei der Mitarbeiterbefragung lag die HPS im kantonalen Durchschnitt.» Die gelbe Ampel im Bereich Arbeitsklima erklärt er mit der Wechselwirkung mit dem Bereich Schulführung und den Beobachtungen, welche das Evaluationsteam zum Zeitpunkt der Evaluation vor Ort gemacht habe.

Nachevaluation in zwei Jahren

Gemäss der Broschüre zur externen Schulevaluation zieht eine rote Ampel eine Meldung an die Schulaufsicht des BKS nach sich. Zudem muss die Schule dem BKS Rechenschaft über die Beseitigung der Defizite ablegen. Dies geschieht laut Mirjam Obrist mittels einer Nachevaluation im betroffenen Bereich ungefähr im Zeitraum von zwei Jahren. Schulpflege und Schulleitung seien bereits daran, in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Inspektorat einen Massnahmenplan zu erarbeiten, so Bernhard Burgener.