Frick
Unterwegs mit 1,1 Promille im Blut am «Tag der offenen Piste»

Am «Tag der offenen Piste» des TCS konnten die Besucher verschiedene Simulatoren testen. Unter anderem auch, wie es sich anfühlt, mit 1,1 Promille Alkohol im Blut am Steuer zu sitzen.

Adrian Hunziker
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Viele verschiedene Autotypen fanden ihren Platz
7 Bilder
Regierungsrat Peter C. Beyeler auf dem E-Bike
Präsentation der Seitenwagen Motorräder
Mehr Fan geht nicht
Frewillige nach einer Fahrt mi der Promille-Brille
Befreiung aus einem Überschlagsimulator
TCS Tag der offenen Piste in Frick

Viele verschiedene Autotypen fanden ihren Platz

Christoph Voellmy

«Unser Motto bei Events lautet: Lernen durch Erleben», sagt Carla Marinello, Geschäftsleiterin des TCS Sektion Aargau. Sie ist für alle Anlässe zuständig. So zeichnete sie auch für den «Tag der offenen Piste» am Samstag im TCS-Ausbildungszentrum in Frick verantwortlich.

Der TCS liess sich nicht lumpen und offerierte den interessierten Gästen ein Sammelsurium an verschiedenen Posten. Dabei durfte auch die Fahrt mit einer sogenannten Alkohol-Brille nicht fehlen. So liess es sich auch der Journalist nicht nehmen und probierte einige Simulationen aus.

Gleich zu Beginn durften wir die Alkohol-Brille testen. Dabei soll simuliert werden, wie der Fahrende die Strasse und die Umgebung wahrnimmt, wenn er 1,1 Promille Alkohol im Blut hat. «Die Brille beeinträchtigt nur die Sicht und nicht die Sinne, wie bei richtigem Alkoholkonsum», erklärt Angela Schneider, die Fahrlehrerin, die mit dem Journalisten mitfährt und jederzeit mit den Pedalen reagieren kann, sofern der Fahrer die Dimensionen nicht mehr einschätzen kann.

Und los geht es. Es wird dem Tester schon schwindelig, als er nur die Brille aufsetzt. Die Sicht ist verwischt, man hat einen Tunnelblick und kann die Distanzen nicht einschätzen. Man meint, man fahre richtig, dem ist aber nicht so. Man muss häufig den Kopf drehen und den Winkel anpassen, um vermeintlich wieder im Bild zu sein. Zum Glück dauert diese Horrorfahrt nur kurz und das Tempo ist gemächlich. Doch die Vorstellung macht Eindruck.

Kopfüber denken ist schwierig

Doch der Journalist kann nicht ausruhen. Sobald er meint, wieder einigermassen klar denken zu können, folgt der Überschlagssimulator. Dabei muss man versuchen, kopfüber aus einer Autokabine zu klettern. Das Blut schiesst in den Kopf und der Verunfallte sollte sich noch erinnern, was der Instruktor Minuten zuvor erklärte: «Den Kopf mit dem einen Arm schützen und mit der anderen Hand den Gurt lösen.» Doch irgendwie fällt einem das schwer, wenn man kopfüber in den Gurten hängt.

Irgendwie kommt der Journalist aus dem Simulator und ist froh, wieder normal stehen zu können. Danach fragt er sich, ob er sich an das Instruierte im Ernstfall auch wieder erinnern würde, wenn man komplett durchgeschüttelt wird.

Nach zweimaligen Schwindelgefühlen lässt es der Redaktor ruhiger angehen und informiert sich über das richtige Verhalten im Kreisel. Auch da erfahren die Gäste, dass man nie alles weiss und nie ausgelernt hat. Nach diesem theoretischen Teil ist wieder Action angesagt. Der Journalist probiert erstmals ein E-Bike aus, das in kürzester Zeit auf 45 km/h beschleunigen kann. Und er fragt sich, warum er immer noch ohne fremde Hilfe sein Mountainbike gelegentlich den Berg hinaufschleppt.

Am «Tag der offenen Piste» machten auch Thierry Burkart, Präsident des TCS Aargau, und Regierungsrat Peter C. Beyeler den Gästen ihre Aufwartung. Beyeler schwang sich, kaum angekommen, auch sogleich auf ein E-Bike und probierte es aus.

Zum Abschluss wurden den Gästen bei herrlichem Wetter Oldtimerfahrzeuge präsentiert und der TCS-Helikopter drehte mehrere Runden über dem Übungsgelände. Am Ende machte sich der Redaktor ein wenig schwindelig mit dem Geschäftsauto auf den Heimweg und versuchte sich dabei an alles zu erinnern, was er kurz zuvor gelernt hatte.