Abenteuer
Unterwegs auf dem Rhein wie einst die Flösser

Früher war die Flösserei auf dem Rhein ein wichtiges Gewerbe, heute ist es vor allem Abenteuer und Vergnügen. Wer selber gerne einmal mit einem Floss den Rhein hinunterfahren will, kann das mit Captain J-C Weiersmüller tun. Er bietet Flossfahrten zwischen Etzgen und Laufenburg an.

Nadine Böni
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Captain J-C Weiersmüller steuert das sechs Tonnen schwere Floss über den Rhein. Archiv/Nadine Böni

Captain J-C Weiersmüller steuert das sechs Tonnen schwere Floss über den Rhein. Archiv/Nadine Böni

Archiv/Nadine Böni

Zwischen Etzgen und Laufenburg können sich Möchtegern-Piraten und andere Wasserratten zwei Stunden lang treiben lassen. Das Gefährt besteht aus zusammengezurrten Baumstämmen, ist dreissig Quadratmeter gross, sechs Tonnen schwer, mit einem Schwimmkörper versehen, aber optisch – ein Floss. Herr des Flosses ist Captain J-C alias J-C Weiersmüller. Seit mittlerweile drei Jahren bietet er Flossfahrten auf dem Rhein an.

«Die Saison wäre eigentlich eröffnet», sagt Captain J-C. Wäre, denn noch hat das Wetter nicht richtig mitgespielt. Noch liegt das Floss auf seiner Trockenstelle in Bad Zurzach. Eine Fahrt ist aber bereits gebucht und Weiersmüller hofft, dass mit den sommerlichen Temperaturen weitere Anmeldungen eingehen.

Bis zu sechs Fahrgäste kann er mit seinem Floss transportieren. Sie dürfen sich unterwegs durchaus auch einmal als Flösser versuchen und mit dem Riemen das Gefährt steuern.

Ein bedeutendes Gewerbe

So kriegen die Passagiere einen Einblick in das Leben von einst. Die Flösserei war bis ins 19. Jahrhundert und zum Ausbau der Eisenbahn ein bedeutendes Gewerbe entlang der Flüsse. So gelangte viel Holz nach Stilli. Hier nahmen die ansässigen Berufsleute die Flosse in Empfang und führten sie auf dem Wasserweg nach Laufenburg. Und dann von dort immer weiter den Rhein hinunter – bis nach Rotterdam.

Rund zehn Fahrten hat Weiersmüller im vergangenen Jahr durchgeführt. Er ist der Überzeugung: «Da geht noch mehr. Wenn es nach mir ginge, wäre ich jeden Tag auf dem Rhein.» Vor genau einem Jahr promoteten auch der Jurapark Aargau und Aargau Tourismus das Abenteuer-Angebot. Mittlerweile ist die Flossfahrt wieder aus dem Programm gestrichen. Auf Nachfrage der Schweiz am Sonntag ist kein konkreter Grund dafür zu erfahren. Captain J-C vermutet, dass wohl zu wenige Anmeldungen eingegangen seien.

Unsinkbares Floss

Allfällige Sicherheitsbedenken räumt Weiersmüller aus dem Weg. Bei jeder Fahrt würden alle Fahrgäste mit Schwimmwesten ausgerüstet, ein Rettungsboot begleitet das Floss und: «Untergehen kann das Floss nicht», sagt Weiersmüller. Für seine Fahrten habe er die Bewilligung des Aargauer Gewässerschutzes und des Schifffahrtamts in Schafisheim.

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