Fricktal
Unterstützung für Roland Agustoni: Fricktal Regio fordert den Halbstundentakt

Roland Agustoni bekommt in seinem Kampf für einen Halbstundentakt zwischen Stein und Laufenburg Unterstützung: Der Planungsverband Fricktal Regio stellt sich hinter die Forderung.

Thomas Wehrli
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Heute verkehrt die S1 von Basel einmal pro Stunde nach Frick und einmal nach Laufenburg.

Heute verkehrt die S1 von Basel einmal pro Stunde nach Frick und einmal nach Laufenburg.

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GLP-Grossrat Roland Agustoni gibt sich nicht so schnell geschlagen. Er will weiter für den Halbstundentakt auf dem S1-Ast zwischen Stein und Laufenburg kämpfen. Daran kann auch die abschlägige Antwort aus Aarau nichts ändern. «Es braucht die Taktverbesserung», ist für den Politiker aus Rheinfelden klar.

Agustoni will die anderen 16 Fricktaler Grossräte von seiner Motion überzeugen. Seine Intention: «Sie sollen in ihren Fraktionen für den Vorstoss lobbyieren.» So könnte er allenfalls gegen den Willen der Regierung doch noch überwiesen werden – und damit für die Regierung zum verbindlichen Auftrag werden. Von der Bereitschaft des Regierungsrates, die Motion als unverbindliches Postulat entgegenzunehmen, hält Agustoni indes wenig. «Das bringt der Region nichts.»

Bei seinem Kampf um die Gunst der Grossräte setzt Agustoni stark auf den Planungsverband Fricktal Regio. «Ich wünsche mir, dass er sich für den Vorstoss starkmacht und mithilft, dass es in den Fraktionen Mehrheiten für den öV-Ausbau im Fricktal gibt», sagt Agustoni.
Die Unterstützung des Planungsverbandes hat Agustoni auf sicher.

«Wir stehen hinter dem Anliegen», sagt Präsident Christian Fricker und bestätigt gleichzeitig die Information, die der AZ vorliegt, dass sich der Planungsverband im Januar an den Kanton gewendet hat – mit der Bitte, mit der Beantwortung der Motion zuzuwarten, bis man mehr Fakten gesammelt habe. Der Regierungsrat wartete nicht. Kein böser Wille, ist Fricker überzeugt, «die Beantwortung überschnitt sich einfach mit unserem Vorstoss».

Fricktal Regio fordert den Halbstundentakt zwischen Stein und Laufenburg aus zwei Gründen: Erstens sei Laufenburg Bezirkshauptort, sagt Fricker, «und muss deshalb auch angemessen erreichbar sein». Zweitens wird die Industrie im Sisslerfeld, eine der wichtigsten freien Industrieflächen im Kanton Aargau, in den nächsten Jahren weiter wachsen.

«Das Gebiet muss deshalb auch verkehrstechnisch besser erschlossen werden», sagt Fricker. Dies sei sich die Regierung auch bewusst, das zeige die Motionsantwort.

Revival für die Bahnhofidee?

In der Tat geht der Regierungsrat da auf das Sisslerfeld ein und schreibt, dass man die Entwicklung «aufmerksam» verfolge und «bei Bedarf» zusätzliche öV-Verbindungen prüfe.

Allerdings meint die Regierung damit weniger den Halbstundentakt nach Laufenburg, sondern «zusätzliche Busse», um insbesondere auch die Verbindungen Richtung Zürich zu verbessern.Doch, wer weiss, vielleicht kommt mit der Industrie auch der Zug, denn die Idee, den alten Bahnhof Sisseln zu reaktivieren, hält sich im Fricktal hartnäckig.

Dass die Regierung den Ausbau des S1-Astes nach Laufenburg ebenso hartnäckig nicht umsetzen will, erstaunt Fricker nicht. «Die Argumentation ist die gleiche wie bisher», stellt Fricker fest. Er sei schon enttäuscht, dass das «berechtigte Anliegen aus dem Fricktal» abgeblockt werde.

Anders als Agustoni wertet er die Bereitschaft, die Motion als Postulat entgegenzunehmen, immerhin «als Zeichen», dass man das Anliegen nicht einfach abschreibe.
Wie Fricktal Regio die Motion von Agustoni konkret unterstützen will, sei noch offen. «Wir werden das weitere Vorgehen in den nächsten Tagen zusammen mit dem Motionär anschauen.» Man werde wohl, wie dem Regierungsrat anerboten, weitere Fakten zusammentragen und die Grossräte damit bedienen.

Bis zur Behandlung von Agustonis Motion im Grossen Rat bleibt auch noch etwas Zeit: Die nächste Grossratssitzung findet erst am 6. März statt. Und ob die Motion da bereits behandelt wird, ist fraglich.

Zur Auslegeordnung, die Fricktal Regio zum öffentlichen Verkehr vornehmen will, gehört auch der 15-Minuten-Takt zwischen Basel und Rheinfelden. Diesen fordert der Kanton vom Bund für den Bahn-Ausbauschritt 2030/35. Die Regierung macht aber gleichzeitig auch klar: Dafür braucht es zwischen Pratteln und Rheinfelden ein drittes Gleis – und das kostet 300 Millionen Franken. Fricker ist denn auch skeptisch, ob dieser Takt-Ausbau realisiert wird. Er verspricht aber: «Wir bleiben dran.»

Das hört Fredy Böni, Gemeindeammann von Möhlin, gerne. Er ist ebenfalls überzeugt, dass die Transportkapazitäten zwischen Stein und Basel ausgebaut werden müssen. «Wir haben ein grosses Wachstum. Da muss der öffentliche Verkehr mitwachsen.» Dies gehe auf zwei Arten: mit neuen, leistungsfähigeren Zugkompositionen oder mit einer Taktverdichtung. Bei Letzterer ist auch er skeptisch. «Der Güterverkehr nimmt laufend zu. Da bleibt kaum Spielraum für mehr Personenzüge.»