Unteres Fricktal
Rückhaltebecken bannten bei Schnee und Regen die Überschwemmungsgefahr im Möhlintal

Die Schutzbauten gegen Hochwasser zwischen Möhlin und Zeiningen sowie Hellikon und Zuzgen zeigten am Donnerstag Wirkung: Der Möhlinbach blieb unter der Gefahrenstufe 2.

Dennis Kalt
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Das Hochwasserrückhaltebecken zwischen Möhlin und Zeiningen war am Donnerstag etwa zu einem Viertel gefüllt.

Das Hochwasserrückhaltebecken zwischen Möhlin und Zeiningen war am Donnerstag etwa zu einem Viertel gefüllt.

zVg

Starkregen, gepaart mit Schnee und Tauwetter – solch eine Witterung hätte die Werkhöfe und Feuerwehren im Möhlintal noch vor wenigen Jahren in Alarmbereitschaft versetzt. Denn dann drohte etwa der Möhlinbach mancherorts an neuralgischen Stellen über die Ufer zu treten. Doch mit der Fertigstellung der beiden Rückhaltebecken zwischen Hellikon und Zuzgen sowie Zeiningen sind solche Überschwemmungsszenarien – nahezu – ausgeschlossen.

Am Donnerstag nun stellten starker Regen und schmelzender Schnee die Becken auf die Probe. «Wir schätzen, dass sie etwa zu einem Viertel gefüllt waren und ihre Funktion vollends erfüllt haben», zeigt sich René Berger, Leiter der Abteilung Bau und Umwelt der Gemeinde Möhlin, zufrieden.

Es lässt sich nur darüber spekulieren, ob ohne die Becken der Möhlinbach über das Ufer getreten wäre. Berger sagt:

«Vermutlich jedoch hätten wohl die Feuerwehren und Werkhöfe Sandsäcke bereitgestellt und diese provisorisch an neuralgische Punkte gelegt.»

Dementsprechend tragen die Becken zur Ressourcenschonung der Gemeinden bei und entspannten die Nervenkostüme von Entscheidungsträgern und Einsatzkräften bei Starkregen.

Der Stresstest für die Becken blieb bisher noch aus

Ob es sich bei den Wassermengen, die sich am Donnerstag in den Becken befanden, um Höchststände handelte, lasse sich nur schwer abschätzen, so Berger. Dies, weil keine Messungen erhoben werden. Klar jedoch ist, dass es einen richtigen Stresstest für die Becken aufgrund ihres gewaltigen Fassungsvermögens bis dato noch nicht gab.

So fasst das grössere der beiden Becken – jenes in Zeiningen – mit seinem 240 Meter langen und maximal vier Meter hohen Damm 155'000 Kubikmeter Wasser. Das entspricht rund 60 olympischen Schwimmbecken, die bis zum Rand mit Wasser gefüllt sind. Der Durchlass erlaubt bei Hochwasser einen Abfluss von maximal 15 Kubikmeter pro Sekunde.

Messungen zeigen, dass die Situation am Möhlinbach unkritisch war

Daten des Kantons von der Messstelle am Möhlinbach in Zeiningen zeigen, dass der Bach am Donnerstagnachmittag mit einer Abflussmenge von knapp 4 Kubikmetern pro Sekunden seine Spitze erreichte. Damit blieb der Möhlinbach unter der Gefahrenstufe 2 – «mässige Gefahr» –, die ab einer Abflussmenge von 5,3 Kubikmeter pro Sekunde erreicht wird.

Damit der Abfluss gewährleistet wird, muss das Schwemmgut aus dem Rechen entfernt werden.

Damit der Abfluss gewährleistet wird, muss das Schwemmgut aus dem Rechen entfernt werden.

zVg

Damit das Hochwasserbecken zwischen Zeiningen und Möhlin seine Schutzfunktion gewährleistet, wird das Becken in regelmässigen Abständen kontrolliert. Die wichtigste Aufgabe des Werkhofes, so Berger, ist es, den Rechen, durch den das Wasser abläuft, auf Schwemmgut zu kontrollieren – und wenn nötig, dieses zu entfernen.