Herznach
«Unsere Post muss bleiben» : Petition gegen Schliessung ist gestartet

Zwei Einwohnerinnen sammelten bereits 120 Unterschriften gegen den Abbau der Poststelle – bis Ende September sollen es 750 sein. Der Gemeindeammann Thomas Treyer sieht schwarz.

Dennis Kalt
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Für die Petitions-Initiantinnen stellt das Angebot «Post mit Partner» keine Alternative dar.

Für die Petitions-Initiantinnen stellt das Angebot «Post mit Partner» keine Alternative dar.

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Mit rund 1500 Einwohnern ist Herznach die kleinste von zehn Gemeinden im Fricktal, die noch eine Poststelle hat. Die Vorzeichen, dass dies in Zukunft auch noch so sein wird, stehen schlecht. Grund ist die rückläufige Kundenfrequenz.

Darum führt die Post derzeit Gespräche mit der Gemeindebehörde über die künftige Postversorgung. Als Lösung steht das Angebot «Post mit Partner» im Vordergrund – also die Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner, etwa dem Dorfladen, der einige Dienstleistungen der Post anbietet.

Zwei Einwohnerinnen wehren sich gegen die Schliessung. Mit der Petition «Unsere Post muss bleiben» sammelten Julia Hoppe und Brigitta Hächler am Samstag 120 Unterschriften. «Wir sind von 9 bis 12.30 Uhr vor dem Volg-Laden gestanden und zufrieden mit der Anzahl der Unterschriften», sagt Hoppe.

Die Reaktionen auf die Aktion seien unterschiedlich ausgefallen. Ein grosser Teil trug sich in die Petitions-Liste ein. Andere verzichteten aus Resignation auf ihre Unterschrift. Wieder andere wussten noch gar nicht über die Überprüfung der Poststelle Bescheid. «Das hat mich überrascht», sagt Hoppe.

Die Standortattraktivität leidet

Für die Petitions-Initiantinnen stellt das Angebot «Post mit Partner» keine Alternative dar. «Herznach ist für die Bevölkerung und das Gewerbe ein attraktiver Ort. Eine Schliessung wäre eindeutig eine Verschlechterung der Standortattraktivität», sagt Hoppe. Weiter sei es für viele ältere Menschen gewöhnungsbedürftig, wenn sie ihre Einzahlungen nicht mehr am Schalter tätigen können. Zudem zweifelt Hoppe daran, dass beispielsweise eine VolgFiliale die Kapazität besässe, um die Paketflut über Weihnachten zu stemmen: «Sollen etwa die Sendungen im Kühlraum gelagert werden?», fragt sie sich.

Bis Ende September sind weitere Aktionen geplant. So werden die Petitions-Listen in den Herznacher Betrieben ausgelegt. «Das Ziel sind 750 Unterschriften», sagt Hoppe, die jedoch Realistin genug ist, um zu wissen, dass die Verhinderung der Poststellen-Schliessung einem Kampf gegen Windmühlen gleicht.

Dennoch geht es auch um die Symbolik: «Die Post soll wissen, dass Herznach unzufrieden ist mit der Poststellen-Schliessung», sagt Hoppe. Gemeindeammann Thomas Treyer macht ohne Umschweife deutlich: «Es ist zwar schade, aber die Petition bringt nichts. Allenfalls könnte man mit dieser eine Verzögerung der Poststellen-Schliessung erreichen.»

Vom Poststellen-Abbau in Herznach wäre eine Mitarbeiterin betroffen. «Wir werden mit ihr frühzeitig Gespräche führen. Sie kann aus einem Angebot von Massnahmen diejenige auswählen, die sie am besten bei der beruflichen Neuorientierung unterstützt», sagt Post-Sprecher Markus Werner.