Im zurückgelegten Verbandsjahr waren für die Arbeitnehmervertreter einige happige Probleme zu bewältigen, informierte Präsident François Quidort an der Generalversammlung der Gewerkschaft Unia Industriegruppe Fricktal in Eiken.

Im letzten Jahr wurden die Beschäftigten in den Betrieben von DSM, Novartis und BASF mit Stellenabbauplänen und Entlassungen zu Hunderten konfrontiert. Bei DSM ist das Konsultationsverfahren abgeschlossen worden. Die Verhandlungen für den Sozialplan seien am Laufen, informierte François Quidort, Präsident der Unia Industriegruppe Fricktal, an der Generalversammlung in Eiken. Aber er hatte auch eine gute Nachricht bereit. Manchmal lohne sich die Hartnäckigkeit der Arbeitnehmervertreter sogar für einen grossen Kreis betroffener Arbeitnehmer.

«In der Firma DSM erhalten die Schichtarbeiter eine namhafte Nachzahlung», informierte er. «Es brauchte sehr gute Argumente, diese Angelegenheit transparent zu machen und zu einem guten Abschluss bringen zu können», fügte Quidort an. Scheinbar war 1998 ein Fehler in der Berechnung des Stundenlohnansatzes zu Ungunsten der Arbeitnehmer geschehen. Für die letzten fünf Jahre erhalten sie nun eine Korrekturgutschrift.

Aktiv auf politischer Ebene

Auch bei Huntsman musste ein Sozialplan erarbeitet werden, fügte Vanessa von Bothmer, Leiterin Ressort Industrie Nordwestschweiz, an, die letztes Jahr das Amt von Rebekka Hubacher übernommen hatte. Sie freute sich über das grosse Engagement bei der Unterschriftensammlung zur AHV-Initiative, welche in Rekordzeit erfolgt sei.

Ebenso erfreulich sei, dass erstmals bei den Verhandlungen zum Gesamtarbeitsvertrag der Maschinen und Elektroindustrie Minimallöhne fixiert wurden. Sie ermunterte die Versammlungsteilnehmer, auch bei der Mindestlohnkampagne tatkräftig mitzuwirken. Für Schichtarbeitende wird eine spezielle Veranstaltung angeboten. Grund ist die zunehmende Überalterung des Personals. Das stelle die Betriebe für die Arbeitsplatzgestaltung vor neue Herausforderungen.

Es werden neue Konzepte gesucht und diskutiert, um die Schichtarbeit ohne Beeinträchtigung der Gesundheit zu ermöglichen. Manuel Wyss, Leiter Industrie Schweiz, zeigte den Versammelten auf, welch unhomogenes Gebilde der Verband der Basler Pharma-, Chemie- und Dienstleistungsunternehmen (VBPCD) ist. Der mit dem Verband abgeschlossene GAV laufe im nächsten Jahr aus und dabei müsse dieser Umstand für die Diskussionen berücksichtigt werden, meinte er.

«Vor 25 Jahren wurden am Platz Basel die 40-Stundenwoche und 16 Wochen Mutterschaftsurlaub eingeführt», hielt Sekretär Lucien Robischon Rückschau und leitete damit zur Würdigung der Jubilare mit 25 und 40 Verbandsjahren über.