Gipf-Oberfrick
Unkonventionelle Instrumente nahmen die Zuhörer mit auf eine Zeitreise

Kul’Tour bot dem Publikum ein Trio mit einem unkonventionellen Instrumentarium: Didgeridoo, Alphorn und Fujara sorgten für ungewohnte Klänge.

Annemarie Schläpfer
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Eine Symphonie mit archaischem Klang: Gérard Widmer (Fujara), Res Margot (Alphorn) und Willi Grimm (Didgeridoo) bei ihrem Auftritt in Gipf-Oberfrick.sag

Eine Symphonie mit archaischem Klang: Gérard Widmer (Fujara), Res Margot (Alphorn) und Willi Grimm (Didgeridoo) bei ihrem Auftritt in Gipf-Oberfrick.sag

Die drei Musiker Willi Grimm, Gérard Widmer und Res Margot erfreuten das Gipf-Oberfricker Publikum mit ihren unkonventionellen Instrumenten: Didgeridoo, Alphorn, Fujara und eine ganze Reihe weiterer, höchst ungewohnter Flöten und Hörner.

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass man bei einer Veranstaltung von Kul’tour Ungewohntes und Verblüffendes miterlebt und jedes Mal seine Allgemeinbildung wieder etwas bereichern kann.

Was aber in der Ausschreibung zur 46. Etappe im Hinblick auf den letzten Sonntagabend im April mit den beiden «tätowierten» fremdländischen Flöten und dem einheimischen Alphorn auf die Konzertbesucher bei Mösch Sanitär zukam, übertraf die kühnsten Erwartungen. Vor einer Alpenlandschaft auf einer grossen Leinwand läuteten Kuh- und Geissenglocken das Geschehen ein.

Dazwischen waren das Muhen von Kühen und dumpfe Töne aus einem Kuhhorn zu hören. Brav helvetisch fügte sich der Alpsegen aus Res Margots Alphorn in dieses ländlich vertraute Bild, um alsbald eine brüske Wendung durch das knarrende Geräusch aus Willi Grimms urtümlichem Didgeridoo zu nehmen.

Ein Geräusch, schwierig zu beschreiben, das durch Zirkularatmung erzeugt unendlich lange anhält.

So paarte sich das vertraute einheimische Alphorn mit der viele Tausend Jahre alten «Eukalyptus-Trompete» der Aborigines Australiens. Gespannt wartete man auf das dritte fremde Blasinstrument, die Fujara aus der Slowakei, die dort traditionell von Hirten gespielt wird.

Schrille Einlagen inklusive

Gérard Widmer beherrscht die senkrecht gehaltene lange Schnabelflöte und spielte auf ihr eine Weise von eigenartig melancholischer Schönheit mit Trillern und Obertönen und gelegentlichen schrillen Einlagen.

Alle drei Blasinstrumente gemeinsam gespielt erzeugten eine Symphonie von Naturtönen, Vogelgezwitscher und Alphornklängen, die, verstärkt durch den Gong im Hintergrund, einem Gewitter gleich anschwoll, zur Ekstase kam, dann langsam abebbte und verklang.

Die drei Musiker sparten auch nicht mit witzigen Einlagen. Ein Tänzchen, gespielt auf drei Maultrommeln (auch «Trümpi» genannt), wobei sich alle dicht nebeneinander vor das Mikrophon drängen mussten oder schwingende Melodien mit Plastikschläuchen erzeugt, die wie Lassos über ihren Köpfen schwangen, ergaben eine lockere Atmosphäre.

Den Clou ihres Auftritts boten die drei mit ihrer Dreingabe, als sie sich in Möschs Werkstatt mit allerlei Rohren bedienten und auf ihnen eine vergnügliche Abschiedsweise zum Besten gaben.

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