Möhlin
Ungewöhnliche Grabung auf dem Sportplatz Riburg

Die Abteilung Bau und Umwelt geht auf Nummer sicher und veranlasste daher eine «Baugrunduntersuchung» auf dem ehemaligen Sportplatz Riburg. An den vier Ecken des Areals grub sich am Freitag eine Baggerschaufel jeweils drei Meter tief in den Boden.

Peter Rombach
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Burkhard Frössl beobachtet konzentriert einen Flutungsversuch in der drei Meter tiefen Grube.

Burkhard Frössl beobachtet konzentriert einen Flutungsversuch in der drei Meter tiefen Grube.

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Auf Humus- und Lehmzonen folgten schliesslich Kiesschichten, wie es die Geologen schon vor dieser Aktion vermutet hatten.

Grund für die ungewöhnliche Grabaktion ist die Tatsache, dass dieses einstige Sportareal überbaut werden soll. Derzeit läuft noch ein Wettbewerb, um planerisch das Optimalste herauszuholen, zumal ein Sondernutzungsplan erforderlich ist. Um vor Überraschungen verschont zu bleiben, hatte sich der Gemeinderat vorab für eine Bodenuntersuchung entschieden. Vor Ort wirkte auch Bauingenieur Burkhard Frössl vom Büro Jäckli Geologie aus Baden.

An einer Grube unternahm er einen Versickerungsversuch um zu testen, wie «schluckfähig» die Kiesschicht überhaupt ist. «Wir wollen wissen, wie durchlässig die Schichten sind, wenn es darum geht, beispielsweise Regenwasser von Dächern separat abzuleiten.» Als Hintergrund nannte Frössl jene Überlegungen, Kanalisation und damit Kläranlage zu entlasten, also das Oberflächenwasser separat in den Boden abzuleiten und letztlich wieder dem Grundwasser zuzuführen.

Eine konzentrierte Versickerung via Schacht sei wichtig für die Planung, meinte der Bauingenieur. Auch hinsichtlich des Fundamentumfangs und der Kellertiefe für künftige Hausprojekte brauche es ein Basiswissen. Nach der Grabaktion liefere er einen Bericht ab, der dann Grundlage für weitere Planungen sei. So viel verriet er schon mal neben der Grube: «Wir haben hier wirklich einen guten, tragfähigen Baugrund.»

Nach der vom Souverän genehmigten Zonenplanrevision kann auf dem nicht mehr benötigten Sportplatz Riburg im westlichen Teil eine Wohnzone W3 entstehen. Der östliche Bereich bleibt öffentlichen Erholungs- und Freizeitanlagen vorbehalten. Die Umzonung begründete der Gemeinderat vor exakt einem Jahr damit: «Wir schaffen einerseits die Voraussetzungen für die Erweiterung des Möhlinbachbettes und sichern andererseits eine öffentliche Nutzung für die Bevölkerung.» Die Pflicht zu einem Sondernutzungsplan stelle sicher, dass sich die Überbauung in die Umgebung integriert. Öffentliche und private Nutzung liessen sich «gut aufeinander abstimmen», so der Gemeinderat.

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