Wallbach
Umweltverschmutzung im Fricktal: Recycling-Firma ist Schuld an Russ

In einem Wallbacher Wohngebiet stellte die Bevölkerung am Morgen Russ- und Staubrückstände fest. Feuerwehr, Chemiefachleute und Polizei sind im Einsatz. Die Quelle der Verschmutzung liegt vermutlich auf deutscher Seite.

Walter Christen
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Russniederschlag in Wallbach
10 Bilder
Tiere im betroffenen Gebiet auf der Weide
Die Industrieanlagen im Bad Säckinger Ortsteil Wallbach
Die deutsche Polizei ist in Wallbach präsent
Russansammlung in einem Wäschekorb
Grosse Russpartikel auf einem Autodach
Der Wallbacher Gemeinderat Ruedi Berner (Mitte) mit Stefan Heller (links) und Thomas Gruntz vom Regionalen Führungsorgan Unteres Fricktal
Die aufgebotene Feuerwehr Wallbach
Das betroffene Wallbacher Wohngebiet vorne, dahinter die Gebäude mit Kamin der Alunova GmbH auf deutscher Seite
Bereits gemähte Wiese im Einzugsgebiet der Wallbacher Russ- und Staubniederschläge

Russniederschlag in Wallbach

AZ

Einwohner eines Quartiers in Wallbach meldeten am Morgen der Gemeindekanzlei, dass sie auf Vorplätzen, Gärten und Fahrzeugen Russrückstände festgestellt hätten. Betroffen ist ein Wohngebiet von etwa 200 Haushaltungen. Mehrere Einsatzkräfte der Feuerwehr Unteres Fischingertal (Wallbach und Mumpf), Umweltfachleute des Sissler Chemiebetriebs DSM sowie der Kantonspolizei Aargau stehen im Einsatz.

Ein Störfall im Wallbacher Recycling-Unternehmen Alunova GmbH ist die Ursache für die Umweltverschmutzung. Wie ein Sprecher des Landratsamts Waldshut auf Anfrage erklärte, hatte die Alunova am Montag die wöchentlich stattfindende Revision einer Folienpyrolyse-Anlage vorgenommen. Als die Anlage wieder hoch gefahren wurde, hat ein Ölbrenner versagt. Es kam zu Emissionen von Rückständen, die sich in der Anlage befanden. Aufgrund der Windverhältnisse sei die Russwolke über den Rhein in die benachbarte Schweiz getrieben worden, wo die Behörden umgehend Schutzmassnahmen einleiteten. Auf deutscher Seite wurden indes keinerlei Schutzmassnahmen angeordnet.

Zusammenarbeit mit Deutschland

Wie die Aargauer Zeitung in Erfahrung bringen konnte, haben die ersten Einwohner Wallbachs bereits am Vorabend gegen 22 Uhr den Russ bemerkt. In der Nacht muss es dann noch mehr Russ- und Staubniederschlag gegeben haben. Umgehend wurden nebst Polizei und Abteilung für Umwelt weitere Fachleute aufgeboten. Die Messgruppe der DSM, ein Chmiefachberater, die Feuerwehr sowie Vertreter von Gemeinde und Regionalem Führungsorgan sind im Einsatz. Aufgrund der aktuellen Erkenntnisse dürfte der kohlenartige Russ im Bereich eines Quartiers mit bis gegen 200 Haushalten niedergegangen sein.

Es erfolgen nun Messungen und Probenentnahmen. Gleichzeitig wurden Ermittlungen über die Herkunft eingeleitet. Die Schweizer Behörden arbeiten für die weiteren Abklärungen mit den benachbarten Stellen in Deutschland zusammen.

Bevölkerung muss sich an Regeln halten

Die Kantonspolizei gab der betroffenen Wallbacher Bevölkerung einige Verhaltensregeln bekannt: Weder mit Russ und Staub überzogenes Gemüse noch Früchte aus dem Garten verzehren. Diese Lebensmittel sollen via Hauskehricht entsorgt werden. Spielzeug und Spielplätze, die verschmutzt sind, sollten vorerst nicht von Kindern benützt werden. Betroffene Anwohner sollen sich bei der Gemeindekanzlei Wallbach melden. Derzeit laufen die weiteren Ermittlungen und Abklärungen bezüglich der Zusammensetzung der Russ- und Staubpartikel.

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