Der Wirtschaftsmotor brummt und die Unternehmen rechnen auch für die nächsten Monate – trotz nachlassender Dynamik – mit einem soliden Wachstum. Auf dieses Kurzfazit lässt sich die diesjährige Wirtschaftsumfrage der Aargauischen Industrie- und Handelskammer bringen (die AZ berichtete).

An der Umfrage nahmen 527 Unternehmen teil. Sie beschäftigen zusammen 40 996 Personen. Aus dem Bezirk Laufenburg beantworten 19 Firmen mit 1353 Mitarbeitern die Fragen, aus dem unteren Fricktal 18 Unternehmen mit gesamthaft 2169 Beschäftigten.

Besonders zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2018 sind dabei die Unternehmen im Bezirk Rheinfelden. Sie beurteilen die allgemeine Geschäftsentwicklung so positiv wie nur noch der Bezirk Baden. Die Firmen im unteren Fricktal kommen auf einen Wert von 1,09, Baden auf einen von 1,05, wobei 0 für befriedigend, 1 für gut und 2 für sehr gut steht. Der Bezirk Laufenburg liegt mit einem Wert von 0,62 im Mittelfeld.

Auch bei den Erwartungen für dieses Jahr sind die Unternehmen aus dem Bezirk Rheinfelden zuversichtlicher als die Firmen in den meisten anderen Bezirken: Nur gerade in den Bezirken Baden und Lenzburg schätzen die Unternehmen das laufende Jahr positiver ein. Was allerdings ebenfalls auffällt: Die Grundhaltung ist zurückhaltender als 2018. Die Unternehmen im Bezirk Rheinfelden geben diesem Jahr eine 0,71, die Firmen im oberen Fricktal eine 0,48.

Höhere Durchschnittslöhne

Deutlich weniger optimistisch sind die Fricktaler Unternehmen dagegen, was die Entwicklung des Umsatzes in diesem Jahr anbelangt. Während die Firmen im oberen Fricktal mit einem minim steigenden Umsatz rechnen, gehen die Unternehmen im unteren Fricktal sogar davon aus, dass er leicht zurückgeht: Sie geben dem laufenden Jahr ein –0,07; damit ist der Bezirk Rheinfelden der einzige der elf Aargauer Bezirke, der einen Minuswert erwartet. Verantwortlich für das Minus ist dabei der Umsatz im Inland; bei den Exporten rechnen auch die Unternehmen im unteren Fricktal mit einem leichten Umsatzplus.

Top ist das untere Fricktal, was die Veränderung der Durchschnittslöhne betrifft. Diese sind 2019 um 1,2 Prozent gestiegen – so viel wie in keinem anderen Bezirk. An zweiter Stelle liegen die Bezirke Kulm und Zurzach mit je 1,1 Prozent. Bereits im Jahr zuvor war der Bezirk bei der Erhöhung der Durchschnittslöhne mit einem Plus von 1,1 Prozent führend. Im Bezirk Laufenburg stiegen die Durchschnittslöhne der befragten Unternehmen 2019 um 0,9 Prozent, im Vorjahr um 0,6 Prozent. Zum Vergleich: Kantonsweit gingen die Löhne 2019 um 0,9 und 2018 um 0,7 Prozent nach oben.

Stabiler Personalbestand

Mit dem gleichen Personalbestand wie im Jahr zuvor wirtschaften die Firmen im oberen Fricktal 2019; im unteren Fricktal ging die Zahl der Vollzeitstellen um 0,5 Prozent nach oben – gleich viel wie im Schnitt aller teilnehmenden Unternehmen.

Kaum Veränderungen erwarten die Firmen im oberen und unteren Fricktal beim Auftragseingang. Dagegen beziffern die Unternehmen in beiden Bezirken die Einkaufspreise im Inland in diesem Jahr als steigend. Unterschiedlich beurteilen sie die Situation für den Einkauf im Ausland: Während die Unternehmen im unteren Fricktal mit leicht steigenden Preisen kalkulieren, rechnen die Unternehmen im oberen Fricktal mit leicht sinkenden Preisen. Die Differenz in der Beurteilung dürfte dem unterschiedlichen Branchenmix im oberen und unteren Fricktal zuzuschreiben sein.

Wenig Bewegung erwarten die Unternehmen bei den Verkaufspreisen. Auch hier zeigt sich ein unterschiedliches Bild zwischen den Bezirken: Bei den Verkaufspreisen im Inland kommen die Unternehmen im oberen Fricktal auf einen Durchschnittswert von 0,24, jene im unteren Fricktal auf einen Wert von –0,06.

Auf die Bremse stehen die Unternehmen im unteren Fricktal bei den Investitionen: Im Vergleich zum Vorjahr resultiert ein –0,09; im oberen Fricktal liegt der Wert bei 0,03. Neben dem Bezirk Zofingen ist der Bezirk Rheinfelden der einzige, der mit rückläufigen Investitionen rechnet. Da diese im Promillebereich liegen, muss dies (noch) nicht beunruhigen. Zudem sind bei den Investitionen Aussagen für ein Jahr wenig aussagekräftig, da in einem Jahr vielleicht gerade keine oder wenig Investitionen anstehen respektive einige Firmen auch antizyklisch investieren.

Auftragsbücher gut gefüllt

Positiv fällt der Blick in die Auftragsbücher aus: Im Bezirk Rheinfelden sind die Produktionskapazitäten zu 88 Prozent, im Bezirk Laufenburg sogar zu 90 Prozent ausgelastet. Kantonsweit liegt der Wert bei 91 Prozent.

Den Unternehmensstandort Aargau beurteilen die Firmen im oberen und unteren Fricktal als gut. Ein Problem ist die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal; hier gibt es in beiden Bezirken nur ein befriedigend. Unterschiedlich fällt das Urteil zur steuerlichen Belastung aus: Während es im unteren Fricktal ein 0,86 gibt, wird die Steuerbelastung im oberen Fricktal nur mit 0,33 bewertet, wobei auch hier 0 für befriedigend und 1 für gut steht.