Rheinfelden

Um das Bildungszentrum zu retten, muss man als Einheit auftreten

Die Fricktaler Gemeindeammänner wollen für das Bildungszentrum kämpfen. Ari/Archiv

Die Fricktaler Gemeindeammänner wollen für das Bildungszentrum kämpfen. Ari/Archiv

Die Fricktaler Gemeindeammänner wollen gemeinsam für den Erhalt des Bildungszentrums einstehen

Noch bis zum 30. September läuft beim Kanton die Anhörung zum Standort- und Raumkonzept auf der Sekundarstufe II. Seit Freitag ist klar, mit welcher Stimme die Fricktaler Gemeindebehörden darin auftreten werden: «Wir wollen für den Erhalt des Bildungszentrums Fricktal kämpfen», sagt der Rheinfelder Stadtammann Franco Mazzi.

Zu diesem Entscheid seien die Gemeindeammänner an ihren Bezirks-Konferenzen am Freitag gelangt. «Einstimmig», wie Roger Fricker, Gemeindeammann von Oberhof, betont.

Der Hintergrund: Der Aargauer Regierungsrat will die Berufsschullandschaft neu aufstellen und hat dazu drei Varianten in die Vernehmlassung geschickt. Bei einer davon wird das Berufsbildungszentrum Fricktal (BZF) in Rheinfelden ganz geschlossen, bei einer zweiten wird es zur Aussenstelle der Berufsfachschule Gesundheit und Soziales in Brugg.

Und bei einer – der laut Mazzi «einzigen akzeptablen Variante» Beta – bleibt das BZF ein gemischtes Berufsbildungszentrum mit kaufmännischem und gewerblich-industriellem Bereich.

Für die Betriebe wichtig

«Das BZF ist wichtig für das Fricktal», sagt Roger Fricker. Es ist die einzige Bildungseinrichtung an der Sekundarstufe II in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden. «Das Fricktal darf nicht komplett links liegen gelassen werden», so Fricker, denn: «Für die Betriebe ist es ein Vorteil, wenn ihre Lehrlinge die schulische Ausbildung in der Nähe absolvieren können.»

Entsprechend wollen die Gemeindeammänner gemeinsam den Mund aufmachen – sowohl als Behördenmitglied der einzelnen Gemeinden als auch im Kollektiv der Bezirks-Konferenz. Und um eine noch lautere Stimme zu kriegen, sollen die Fricktaler Grossräte eingespannt werden.

«Wir werden sie in den kommenden Tagen für die Thematik sensibilisieren», sagt Fricker. Ob es das überhaupt braucht, erscheint zumindest fraglich, haben sich sämtliche Fricktaler Grossräte doch bereits bei Bekanntwerden der verschiedenen Varianten dezidiert für das BZF ausgesprochen. «Entscheidend ist, dass wir als Einheit auftreten», sagt Fricker.

Vergangenheit gibt Zuversicht

Etwas, das gerade in jüngerer Vergangenheit geklappt hat. Etwa bei der Frage, ob der Kanton weiterhin die Beiträge an den Tarifverbund Nordwestschweiz zahlt. Damals biss sich die Regierung die Zähne am Fricktaler Widerstand aus.

«Das schöne Resultat dieser unschönen Diskussionen ist die Einigkeit im Fricktal», sagt Franco Mazzi. Das Zusammenstehen und gemeinsame Kämpfen über die Grenzen der Parteien hinweg, das die Gemeindeammänner nun wieder für nötig halten.

In den kommenden Wochen soll diese Einigkeit dem Kanton gegenüber deutlich gemacht werden. «Ich bin guten Mutes», sagt Roger Fricker. Mazzi spricht von Meinungsverschiedenheiten zwischen ländlichen Gebieten und der Städteachse Baden-Aarau-Lenzburg. Immerhin aus einer Region habe man aber «Signale» vernommen, die ebenfalls in Richtung Variante Beta deuten, so Franco Mazzi.

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