Es ist ein stetes Kommen und Gehen. Uferschwalben fliegen zielstrebig an den Sandhaufen zwischen Zeiningen und Wallbach, landen vor einer der Bruthöhlen und versorgen ihre fiependen Jungtiere mit Nahrung. «Vorsichtig geschätzt haben rund 100 Brutpaare den Sandhaufen in Beschlag genommen», sagt Françoise Schmit, Mitarbeiterin des Schweizer Vogelschutzes SVS/Birdlife. Die ersten Jungtiere sind bereits ausgeflogen, die anderen werden in den kommenden Tagen und Wochen folgen – und je nach Wetterverlauf brüten die Uferschwalben dann sogar ein zweites Mal, bevor sie sich im August auf den Weg in ihr Winterquartier machen.

Für Françoise Schmit und Markus Kasper, Vizepräsident des Natur- und Vogelschutzes Möhlin, ist das Bild, das sich derzeit am Sandhaufen bietet, ein grosser Erfolg. Bis im letzten Jahr hatten die Uferschwalben ihre Höhlen in einer ehemaligen Kiesgrube in unmittelbarer Nähe gegraben.

Da diese nun rekultiviert wurde, setzten sich Birdlife Schweiz, Aargau und die lokalen Sektionen aus Zeiningen, Möhlin, Wallbach und Mumpf für einen Ersatzlebensraum ein – und das zielstrebig: Erst im Januar wurde das Thema bei einer Sitzung angesprochen. Schon im April wurde die künstliche Brutwand – bestehend aus 500 Kubikmetern Sand – aufgeschüttet und die Wände senkrecht abgestochen, damit die Höhlen vor Räubern geschützt sind.

In fünf Jahren Fazit ziehen

«Wir wussten nicht, ob die Schwalben ihre neue Brutwand annehmen», sagt Kasper. Zwar sei der Standort praktisch derselbe und ähnliche Projekte andernorts (etwa in Rheinfelden) hätten gezeigt, dass die Uferschwalben die Steilwände aus Sand nutzen. «Aber eine Garantie gibt es nicht», sagt Kasper. «Ich hatte deswegen lange ein mulmiges Gefühl. Umso grösser ist nun die Erleichterung.» Besonders, weil an der neuen Brutstätte sogar deutlich mehr Vögel ihre Jungtiere aufziehen als in der ehemaligen Kiesgrube.

In fünf Jahren wird ein Fazit über einen längeren Zeitraum gezogen. Das Projekt ist vorerst auf zehn Jahre ausgelegt. Denn ewig hält der Sandhaufen nicht: Bevor die Vögel aus ihren Winterquartieren zurückkehren, müssen die Wände neu abgestochen werden. Die Uferschwalben graben jedes Jahr neue Bruthöhlen.