Die Strukturen der Schweizer Raiffeisenbanken sind auf dem Prüfstand. So informierte Verwaltungsratspräsident Thomas Tschanz an der 91. Generalversammlung der Raiffeisenbank Möhlin, dass Fusionsgespräche mit der Raiffeisenbank Wegenstettertal angelaufen sind.

Mitgliederschwund aufgefangen

Bei seinem zweiten Auftritt im Vorjahr zeigte sich Thomas Tschanz, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Möhlin, zuversichtlich, dass der Mitgliederschwund von 93 Genossenschaftern demnächst aufgefangen werde. Mit einem Zuwachs von 271 Neumitgliedern im 2015 wurde diese Delle zwar etwas wettgemacht, aber im Total von 8122 Genossenschaftern resultiert immer noch ein Minus von 12 Personen. «Das dynamische Umfeld» machte auch dieser Bank in einigen Belangen zu schaffen, wobei sie in ausgewiesenen Geschäftsfeldern mit höheren Wachstumsraten brillierte. «2015 war ein turbulentes Jahr», leitete Tschanz seinen Rückblick ein. Das Umfeld zwingt Raiffeisen, seine Strukturen zu hinterfragen und zu stärken, was Auswirkungen in den Regionen hat. «Wir haben mit den Verantwortlichen der Raiffeisenbank Wegenstettertal eine Auslegeordnung gemacht», überraschte Tschanz die 653 Teilnehmer an der 91. Generalversammlung in der Dreifachsporthalle Steinli.

Dabei zeigte sich, dass eine Fusion der beiden Banken für Genossenschafter, Kunden und Mitarbeitende klare Vorteile bringen könnten, weshalb die Gespräche in Arbeitsgruppen weitergeführt werden sollen. Ziel ist es, an der nächsten Generalversammlung über den Zusammenschluss zu entscheiden. Die Organisation Wegenstettertal zählt 2859 Mitglieder und weist eine Bilanzsumme von 307 Mio. Franken aus.

«Gesundes Wachstum»

Die Bilanzsumme in Möhlin erreichte das Rekordniveau von 932 Mio. Franken, informierte Susanne Kaufmann, Vorsitzende der Bankleitung. Besonders erfreut ist sie über das «gesunde Wachstum im Kerngeschäft», was bei den Hypothekarausleihungen von 810 Mio. Franken ein Plus von 3 Prozent oder 23 Mio. Franken bedeutet. Wegen der vorsichtigen Kreditpolitik mussten keine Wertberichtigungen vorgenommen werden, vermerkte sie mit sichtlicher Befriedigung. Die Kundenausleihungen belaufen sich auf 816 Mio. Franken (+2.7 Prozent). Auf der Gegenseite sind die Gelder der Kunden mit 754 Mio. Franken (+2 Prozent) verbucht.

Geschäftsaufwand gestiegen

Trotz des Drucks bei der Zinsmarge resultierte im Zinsgeschäft eine Zunahme um ein Prozent auf einen Bruttoerfolg von 11 Mio. Franken. Der Geschäftsaufwand ist um 3 Prozent auf 7.2 Mio. Franken gestiegen, wobei ein erhöhter Bruttoertrag von 14.3 Mio. Franken (+ 3 Prozent) resultierte. Mit rund 6.5 Mio. Franken Geschäftserfolg resultierte das bisher beste Ergebnis. Der Jahresgewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 2.5 Prozent und schloss mit 1.39 Mio. Franken ab. Bei 35.5 (+1) Vollzeitstellen beschäftigt die Bank in ihren vier Geschäftsstellen 46 (+3) Personen und drei Lernende. Nicht nur die erfreulichen Zahlen und die rundum zufriedenen Repräsentanten der Bank sorgten für gute Stimmung, auch die seit Jahrzehnten bewirtende Männerriege mit dem Frauenturnverein und der zaubernde Kabarettist Michel Gammenthaler bereicherten den gesellschaftlichen Jahreshöhepunkt.