Möhlin

Überbauung der «Leigrube» soll nochmals vor das Volk

An der Leigrube (das Landwirtschaftsland im Zentrum des Fotos) scheiden sich die Geister. Nun wenden sich die drei Gruppierungen «Zukunft Möhlin», «IG Leigrube» und «ProKulturland» in einem offenen Brief an die Behörde. (archiv)

An der Leigrube (das Landwirtschaftsland im Zentrum des Fotos) scheiden sich die Geister. Nun wenden sich die drei Gruppierungen «Zukunft Möhlin», «IG Leigrube» und «ProKulturland» in einem offenen Brief an die Behörde. (archiv)

Drei Gruppierungen wenden sich in einem offenen Brief an den Gemeinderat und fordern diesen auf, die Bau-Pläne für das Areal zu stoppen.

Ein A4-Blatt ist es nur, aber es bedeutet für den Gemeinderat Möhlin dicke Post. Die drei Gruppierungen «Zukunft Möhlin», «IG Leigrube» und «ProKulturland» wenden sich in einem offenen Brief an die Behörde. Das Thema: das angedachte Überbauungsprojekt im Gebiet Leigrube.

Der Gemeinderat plant, die Leigrube an einen Investor zu verkaufen. Ein erster Entwurf eines Gestaltungsplans hatte vor einem Jahr allerdings für derart heftige Diskussionen gesorgt, dass er vom Gemeinderat wieder verworfen wurde. Anfang April folgte dann Vorschlag zwei. Der Entwurf zeigt eine deutlich abgespeckte Variante; eine Überbauung mit Ein-, Zwei- und Reiheneinfamilienhäusern.

Aber auch diese Idee stösst nun auf Widerstand. Mehr noch: Die drei Gruppierungen fordern den Gemeinderat in ihrem Brief auf, weitere Planungsarbeiten für das Gebiet zu stoppen. «Bevor an einem neuen Gestaltungsplan weitergearbeitet wird, soll grundsätzlich über die Zonierung entschieden werden können», sagt Werner Erni, Präsident der SP-Ortspartei und Mitglied von «Zukunft Möhlin». Eine Möglichkeit sei eine Rückzonung.

«Generelle Wachstumskritik»

Die Voraussetzungen hätten sich seit der Einzonung des Gebiets 2011 verändert, begründet Erni die Forderung. Eine Überbauung mit Einfamilienhäusern, wie sie zum Zeitpunkt der Abstimmung vorgesehen war, ist nach neuem Raumplanungsgesetz nicht mehr erlaubt. Gemeinde und Kanton diskutieren deshalb gerade eine Lösung.

Die Forderung sei aber auch als «generelle Wachstumskritik» zu verstehen, sagt Erni. «Es hat sich gezeigt, dass die Opposition gegenüber Grossprojekten in der Gemeinde stark ist.» Damit spricht er auch die Gemeindeversammlung vom vergangenen Dezember an. Damals lehnten die Anwesenden den Verkauf des Areals Rüttenen deutlich ab.

Der ehemalige Sportplatz bleibt grün. Ob dies auch für die Leigrube gilt, ist offen: «Von sich aus wird der Gemeinderat eher nicht auf das Baugebiet verzichten», sagt Erni. Er glaubt aber an den Rückhalt in der Bevölkerung. Und: «Die Frage wird bei der Gesamterneuerungswahl sicher eine Rolle spielen.»

Gemeindeammann Fredy Böni sagt zur az, dass der Brief im Gemeinderat geprüft werde und man zu gegebener Zeit weiter informiere.

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