Rheinfelden
Überraschendes Ergebnis: 40'000 Fische schwimmen beim Kraftwerk im Rhein

Mit dieser Zahl hat wohl niemand gerechnet: 40000 Schuppentiere wurden bei der diesjährigen Fischzählung im Rhein beim neuen Kraftwerk in Rheinfelden gezählt. Höhepunkte waren dabei die beiden Lachse, die entdeckt wurden.

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Der Lachs war dieses Jahr die Sensation bei der aktuellen Fischzählung beim Kraftwerk Rheinfelden. – Foto: az

Der Lachs war dieses Jahr die Sensation bei der aktuellen Fischzählung beim Kraftwerk Rheinfelden. – Foto: az

Seit April zählen die Fischervereine im Auftrag von Energiedienst die Fische im Rhein beim neuen Kraftwerk in Rheinfelden am naturnahen Fischaufstiegs- und Laichgewässer sowie am Fischpass auf Schweizer Seite.

Die nun von Fischbiologen ausgewerteten Ergebnisse zeigen, dass beide Fischaufstiegsanlagen sehr gut funktionieren: Insgesamt 39358 Fische wurden bis zum 31. Oktober gezählt. «Damit und besonders mit dem grossen Artenspektrum sind wir mehr als zufrieden», kommentiert Jochen Ulrich, Leiter Ökologie und Werkdienst bei Energiedienst, die Massnahme. Eine ähnliche Zählung hatte zuletzt in den Jahren 2005/2006 an allen Fischpässen am Hochrhein stattgefunden.

Regelmässige Monitorings in Zusammenarbeit mit Fischereiverbänden und Fischbiologen zeigen, ob die Aufwertungsmassnahmen beim neuen Kraftwerk Rheinfelden erfolgreich sind oder nachgearbeitet werden muss. Aufschluss über die Funktion der Fischtreppen geben Fischzählungen, bei denen alle rheinaufwärts wandernden Fische in einem Zählbecken erfasst werden.

Der Fischereiverein Bezirk Rheinfelden und der Fischerverein Karsau führen im Auftrag von Energiedienst die Massnahme durch. Rolf Bürgi von den Rheinfelder Fischern erklärt: «Die Zählung findet während eines ganzen Jahres statt. Die eigens dafür eingebauten Zählbecken werden täglich von Mitgliedern des Fischereivereins kontrolliert und die Fische nach Art, Anzahl, Grösse und Besonderheiten bestimmt.»

Viele Fische – viele Arten

Am Umgehungsgewässer wurden insgesamt 34515 Fische und 33 verschiedene Arten, am Vertical-Slot-Fischpass 4843 Fische und 22 unterschiedliche Arten gezählt. Sehr gute Erfolge zeigten sich unter anderem bei gefährdeten und stark gefährdeten Arten im Rhein wie zum Beispiel der Nase und der Äsche. Am Umgehungsgewässer wurden 407 Nasen und 20 Äschen registriert.

Die beiden im Rahmen der aktuellen Fischzählung erstmals seit den 1950er-Jahren registrierten Lachse waren ein Höhepunkt (die Aargauer Zeitung berichtete darüber). Eine detaillierte Auswertung der Ergebnisse erfolgt nach Beendigung der Zählung im März 2013. Neben der reinen Zählung führen Fischbiologen dann im Verlauf des Jahres 2013 auch eine Untersuchung durch, wie gut die neu geschaffenen Lebensräume von den Fischen angenommen werden. (AZ)