Hornussen
Über Hornussen liegt ungewohnte Ruhe - die Glocken der katholischen Kirche werden saniert

Die Kirchturmglocken stehen derzeit still. Am 18. März sollen die Erneuerungsarbeiten abgeschlossen sein.

Dennis Kalt
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Die Glocken de katholischen Kirche in Hornussen stehen derzeit still.

Die Glocken de katholischen Kirche in Hornussen stehen derzeit still.

Dennis Kalt

Ein markanter Klang fehlt derzeit in Hornussen: das Läuten der Kirchturmglocken. Der Grund: Derzeit werden alle vier 102-jährigen Glocken saniert.

Das Ausbleiben des Glockenschlags ist auch den Einwohnern nicht entgangen: «Einige Personen haben angerufen und sich gewundert, was da los ist», sagt Karl Herzog, Präsident der Kirchenpflege Hornussen-Zeihen, und schiebt nach, während in anderen Gemeinden Klage gegen das Glockenläuten erhoben werde, würde man es in Hornussen eher vermissen. «Voraussichtlich werden die Glocken erst wieder am 18. März erklingen», sagt Herzog.

Zeiger standen still

Bereits einige Tage zuvor mussten an der Kirchenuhr Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden. Anfang Februar hatte Sturmtief «Susanna» die Zeiger zum Stehen gebracht: «Vermutlich hat ein Blitzeinschlag den Steuerungsmechanismus für den Uhrenbetrieb und das automatische Geläut beschädigt», sagt Matthias Häfliger, Disponent bei der Firma Muff Kirchturmtechnik, die für die Instandsetzung der Uhr und die Sanierungsarbeiten der Glocken beauftragt wurde.

Die Kirchturmuhr zeigt inzwischen wieder die richtige Zeit an. «Wenn es ein Blitzschlag war, dann ist es ein Versicherungsfall», sagt Herzog, der die Kosten für die Reparatur auf 5000 bis 10 000 Franken schätzt.

Bereits von einigen Jahren wurden bei Sanierungsarbeiten die Glockenklöppel und die Läutmaschine ausgewechselt. «Dieses Mal mus das Gussjoch gestrichen, die Glockenlager gemacht und der Glockenmotor kontrolliert und gewartet werden», zählt Häfliger auf.

Über eine Tonne schwer

Die schwerste der vier Glocken wiegt etwa so viel wie ein Kleinwagen – 1050 Kilogramm. Die leichteste bringt es auf 250 Kilogramm. «Wir haben Glück, denn unter dem Querschnittsdach des Kirchturms ist genügend Raum, um die Glocken zwischenzulagern», erklärt Häfliger. Die Glocken werden mit Kettenzügen und Gurten unter das Dach gezogen, damit die einzelnen Erneuerungsarbeiten durchgeführt werden können.

So wird beispielsweise das drehbar gelagerte Joch aus Gusseisen, an dem die Glocke hängt, gestrichen. Weiter wird neben der Kontrolle von Kette und Schwungrad der Motor gewartet, der die Glocke über eine Steuerung nach rechts und links zieht. Zudem wird die Lagerplatte erneuert und die Oberfläche des Glockengehäuses geschützt.

«Bei einer optimalen Wartung kann eine Glocke ihren Dienst zwischen 500 und 700 Jahre verrichten», sagt Häfliger. Damit haben die Hornusser Glocken wohl noch einige Schläge vor sich.

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