Sulz
Über die drei Kirchenbauten im Sulztal erscheint ein neuer Kunstführer

Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) gibt einen Kunstführer zu den Kirchenbauten im Laufenburger Ortsteil Sulz heraus. Neu freigelegte Freskenreste in der Kapelle St. Margareta in Rheinsulz wurden erstmals lesbar gemacht.

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Innenansicht der Kapelle St. Margareta – die rostrote Farbe ist über all die Jahre erhalten geblieben.

Innenansicht der Kapelle St. Margareta – die rostrote Farbe ist über all die Jahre erhalten geblieben.

zvg

Sulz Die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) gibt einen Kunstführer zu den Kirchenbauten im Laufenburger Ortsteil Sulz heraus. Neu freigelegte Freskenreste in der Kapelle St. Margareta in Rheinsulz wurden dank der Gegenüberstellung von Fotografie und Umzeichnung erstmals lesbar gemacht.

Anlass zur Entstehung des neuen Kunstführers war die Restaurierung der vermutlich im 11. Jahrhundert erbauten Kapelle in den Jahren 2009/10. Während der Freilegung eines spätromanischen Wandmalereizyklus wuchs in der Kirchgemeinde der Wunsch, das kleine Gotteshaus mit seinen Wandgemälden zusammen mit der Kapelle St. Nikolaus in Leidikon und der weiter talaufwärts gelegenen Pfarrkirche St Peter und Paul in Sulz in einem Kunstführer darzustellen.

Ausgewiesene Fachkräfte

Als Autorinnen konnten zwei ausgewiesene Fachkräfte gewonnen werden: Die Kunsthistorikerin Edith Hunziker, die für die Kunstdenkmäler-Inventarisierung im Kanton Aargau zuständig ist, sowie Isabel Haupt, die als Bauberaterin der kantonalen Denkmalpflege die Restaurierung der Kapelle St. Margareta betreute.

Die einleitenden Abschnitte behandeln die Topografie des Sulztals, die wichtigsten historischen Zusammenhänge und die Geschichte der Kirchgemeinde. Im Hauptteil des Kunstführers nimmt die Kapelle St. Margareta in Rheinsulz den grössten Raum ein. Die neu freigelegten Freskenreste mit Szenen der Passion Christi an der Nordwand der Kapelle sind dank der konsequenten Gegenüberstellung von Fotografie und Umzeichnung lesbar gemacht und zudem anschaulich beschrieben.

Gleiches gilt für ein schon in den 1920er Jahren freigelegtes Freskenfragment, das jetzt bewusst als «Restaurierungsfenster» im Zustand der damaligen Freilegung belassen wurde.

Rätsel gelöst

Das Rätsel um dieses bisher ungedeutete Bild konnte im Rahmen der Forschungsarbeit zu diesem Kunstführer endlich gelöst werden. Dargestellt ist eine Begebenheit aus dem Leben des heiligen Fridolin, des Gründerabts des nahen Klosters Säckingen, dem die beiden Pfarrkirchen im Sulztal unterstanden: Fridolin leitet, während er sich auf der Rheininsel bei Säckingen niederlässt, den Lauf des Rheins mittels gefällter Bäume um.

Das neu entdeckte Fridolinsbild in der Kapelle St. Margareta in Rheinsulz ist eines der ältesten bekannten Bildzeugnisse des Säckinger Heiligen überhaupt. (az)