Möhlin

TV Möhlin: Wieder erfolgreich dank neuem Trainer

TV Möhlin-Trainer Zoltan Cordas beobachtet seine Spieler beim Training. Gegen Pfadi Winterthur rechnet er sich nur geringe Chancen aus. Archiv/Fabio Baranzini

TV Möhlin-Trainer Zoltan Cordas beobachtet seine Spieler beim Training. Gegen Pfadi Winterthur rechnet er sich nur geringe Chancen aus. Archiv/Fabio Baranzini

Ein Augenschein beim Handball-Training mit dem neuen Trainer Zoltan Cordas. Mit ihm kam der Erfolg zurück.

Seit Zoltan Cordas das Traineramt beim B-Ligisten TV Möhlin übernommen hat, ist der Erfolg ins Fricktal zurückgekehrt. Doch wie arbeitet der neue Mann an der Seitenlinie?

In der Steinli-Halle in Möhlin läuft das Training der NLB-Handballer. Doch es wird nicht Handball gespielt, sondern Fussball. Fussball? «Ja, wir spielen in jedem Training zuerst Fussball. Die Jungs spielen zwar nicht gut, aber die Duelle Jung gegen Alt wecken das Wettkampffieber und genau das will ich», sagt Trainer Zoltan Cordas.

Seit der Österreicher letzten Sommer das Zepter übernommen hat, ist er bemüht, den Mehlemer Akteuren die Siegermentalität einzuimpfen. «Punkte holen und gewinnen macht süchtig und diese Erfolgserlebnisse soll es auch im Training geben», findet Cordas.

Zumindest beim Fussballspielen klappt das bestens. Die Spieler kämpfen um jeden Ball, die einen mit etwas mehr Gefühl in den Fussgelenken, die anderen dafür mit umso mehr Körpereinsatz. Die Tore werden bejubelt, über vergebene Chancen wird lautstark geflucht. Am Ende sind es die «Alten», die mit einem Tor Vorsprung gewinnen.

Humor kommt nicht zu kurz

Nach einem kurzen Aufwärmen folgt die erste Angriffsübung. Cordas steht am Kreis, bewegt sich kaum und beobachtet seine Spieler. Die Hände meist in den Hosentaschen vergraben, gibt er hin und wieder Anweisungen und korrigiert seine Spieler. Laut wird er dabei nie, die Spieler verstehen auch so, was Cordas will.

«Zoltan ist sehr sachlich. Er hat seine Meinung und über die wird nicht diskutiert», sagt Captain Sandro Soder. «Das ist aber kein Problem, denn er achtet darauf, dass er seine Anweisungen stets mit der nötigen Prise Humor weitergibt. Das schätze ich sehr.» Nimmt man die Resultate in der bisherigen Saison als Gradmesser, hat Zoltan Cordas vieles richtig gemacht. Mit seiner Mannschaft steht er nach der Hälfte der Meisterschaft auf Rang drei und hat im Cup dank dem Sieg gegen den NLA-Vertreter RTV Basel die Viertelfinals erreicht.

Darauf hätte vor der Saison wohl kaum jemand gewettet. Auch Cordas selbst ist etwas überrascht. «Ich hätte nicht gedacht, dass meine Spieler die Siegermentalität so schnell annehmen. Aber das ist gut, schliesslich will ich das Maximum aus der Mannschaft herausholen. Erst dann bin ich zufrieden.» Dass Cordas veranlasst hat, dass seine Mannschaft fünf Mal pro Woche trainiert statt bloss drei Mal wie vor seiner Ankunft, passt ins Bild.

Cupkracher gegen Pfadi wartet

Bei der nächsten Übung fordert Zoltan Cordas von seinen Spielern, dass sie dreckig spielen. Den «Gegner verarschen», wie er es nennt. Eine Spielweise, die Cordas stets aus seinen Spielern heraus zu kitzeln versucht. «Wir müssen das Spiel des Gegners lesen, aber zugleich unsere eigene Spielweise verstecken. Ich nenne das Zigeunerspiel», sagt der gewiefte Taktiker und schickt seine Spieler auf einige Runden Intervalltraining.

«Als Spieler habe ich das gehasst wie die Pest. Aber so lange es keine Pille gibt, die dir einfach so die nötige Fitness schenkt, muss das Rundenlaufen sein», meint Cordas mit einem Lachen und setzt sich auf die Tribüne, um die letzten Runden seiner Spieler zu verfolgen. Nach 80 Minuten ist Schluss. «Heute machen wir nicht zu viel. Wir hatten am Vortag ein Testspiel und einige Spieler sind etwas angeschlagen oder krank», so die Begründung des Trainers.

Cordas tut gut daran, seine Spieler etwas zu schonen, denn bereits am Samstag (19 Uhr, Steinli) steht das erste Meisterschaftsspiel gegen Baden an und am Dienstag (20 Uhr, Steinli) wartet der Cupkracher gegen Pfadi Winterthur, die derzeit zweitbeste Mannschaft der Nationalliga A.

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