Mettauertal

Turnhalle und Zentrumsschule: Das sind die Pläne des Gemeinderates

Der Gemeinderat plant eine Dreifach-Turnhalle und favorisiert als Standort das Areal neben dem Verwaltungszentrum in Mettau.

Der Gemeinderat plant eine Dreifach-Turnhalle und favorisiert als Standort das Areal neben dem Verwaltungszentrum in Mettau.

Der Mettauertaler Gemeinderat möchte mittelfristig Schulstandorte in Etzgen und Wil auflösen. Zuvor soll in Mettau aber eine Dreifachhalle entstehen.

Die vier Turnhallen in Mettauertal sind in die Jahre gekommen. Bereits über ein halbes Jahrhundert hat die jüngste – im Ortsteil Mettau – auf dem Buckel. Bei drei Standorten stünden in den nächsten Jahren Sanierungen mit Kosten in Höhe von etwa zwei Millionen Franken an.

In mehreren Zusammenkünften haben die grösseren Vereine dem Gemeinderat jedoch zu verstehen gegeben, dass die Turnhallen nicht mehr saniert werden sollen, sagt Gemeindepräsident Peter Weber. «Sie fordern stattdessen eine Dreifach-Turnhalle, die wir aus Platzgründen in Mettau neben dem Verwaltungszentrum sehen.»

Preislich soll die Turnhalle mit Tiefgarage maximal acht Millionen Franken kosten. «Die Investition geht vermutlich mit einer Steuerfusserhöhung von etwa vier Prozentpunkten einher», sagt Weber. Geplant sei im Sommer – spätestens im Herbst – den Projektierungskredit den Stimmbürgern vorzulegen.

An fünf Bürgerforen in den einzelnen Ortsteilen will der Gemeinderat die Meinung der Bevölkerung zur geplanten Turnhalle abholen. «Für uns ist klar, dass die alten Turnhallen nicht mehr saniert werden, wenn eine neue Dreifachturnhalle gebaut wird, so Weber, der nachschiebt, dass die alten Turnhallen dann «verkauft, vermietet oder entsorgt» werden müssen.

Leerstehende Schulen zum Verkauf anbieten

Weber sagt, dass an den Bürgerforen auch darüber zu diskutieren sei, ob man neben die Dreifach-Turnhalle eine neue Schule bauen soll. «Es kann nicht sein, dass wir in Etzgen und Wil zwei Standorte mit je 80 Schüler unterhalten.» Es sei kein Problem, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von einem Ortsteil aus schnell in alle anderen zu gelangen. Zudem böte sich die Möglichkeit, in der Dreifachturnhalle auch die Tagesstrukturen zu domizilieren.

Hinsichtlich der Schulhäuser in Etzgen und Wil, die in einigen Jahren leer stehen könnten, sagt Weber, dass man am Beispiel des Oberstufenzentrums in Obermumpf gesehen habe, dass es möglich sei, leer stehenden Schulanlagen an andere Organisationen zu verkaufen oder allenfalls zu vermieten.
Man sei auch auf den Gansinger Gemeinderat zugegangen und habe ihm die Idee eines zentralen Schulstandortes in Mettau für das ganze Tal vorgestellt, so Weber.

Für diesen käme es derzeit aber nicht in Frage, die Primarschüler über die Gemeindegrenzen hinweg zu schicken. Der Gansinger Gemeinderat plant derzeit einen Neubau für seine 90 Schüler der sechs Primarschulabteilungen.

Widerstand gegen Pläne des Gemeinderats

Schon im Jahr 2015 wollte der Gemeinderat die Schule in Etzgen schliessen und die Schüler nur noch in Wil unterrichten lassen. Eine IG setzte sich damals für den Erhalt der Etzger Schule ein und kippte den Beschluss des Souveräns zur Schliessung der Schule in Etzgen an der Urne. Mitinitiant war damals Thomas Vetter. «Wir werden dem Gemeinderat kritische Fragen zur Schülerverteilung und zu den anstehenden Investitionen für die Schulen in Etzgen und Wil stellen», sagt Vetter. Je nachdem, wie die Antworten ausfielen, würde man wieder aktiv werden.

Ulrich Jehle, Verwaltungsratspräsident der Jehle AG und ebenfalls Mitglied der damaligen IG, steht den Plänen des Gemeinderates kritisch gegenüber. «Mit der Schliessung der Turnhallen und der beiden Schulen nimmt man den Ortsteilen die letzte Identität.» Für Jehle stellt sich auch die Frage, was mit den kleineren Vereinen passiert, denen die alten, kleinen Turnhallen für ihre Aktivitäten eigentlich ausreichen.

«Es gibt einige ältere Personen, die nicht mehr so mobil sind. Sollen die dann alle nach Mettau, obwohl sie eigentlich eigene Turnhallen in den Ortsteilen haben?» Den Bau einer Turnhalle für acht Millionen Franken ordnet er in die Kategorie «wünschenswert, nicht aber nicht notwendig» ein.
Gehen die Schulen einst zum Spottpreis weg?

Jehle befürchtet, dass man bei einem Verkauf für die Schulen in Etzgen und Wil nur einen «Spottpreis» erhält. «Wenn die einer kauft, um Wohnungen zu bauen, dann bietet er wenig, damit er die Wohnungen später zu einem marktgerechten Preis offerieren kann», so Jehle.

Autor

Dennis Kalt

Meistgesehen

Artboard 1