Wittnau
Turnaround gelang nicht: Baufirma Schmid wird geschlossen

Vor fünf Jahren wurde die Baufirma G. Schmid AG in Wittnau von der Knecht Brugg Holding AG übernommen. Bald ist sie Geschichte, es gab einige Entlassungen und der Werkhof soll vermietet werden.

Walter Christen
Merken
Drucken
Teilen
Vor ungewisser Zukunft: Büro und Werkhof der G. Schmid AG in Wittnau, auf einer Aufnahme von 2010, als das Baugeschäft verkauft wurde. chr (ARCHIV)

Vor ungewisser Zukunft: Büro und Werkhof der G. Schmid AG in Wittnau, auf einer Aufnahme von 2010, als das Baugeschäft verkauft wurde. chr (ARCHIV)

Diskussionen um das Baugeschäft G. Schmid AG machen in Wittnau die Runde. Von Entlassungen ist die Rede, von der Schliessung des Werkhofs und Unstimmigkeiten hinter den Kulissen. Die Führungsetage habe, nachdem das Unternehmen vor fünf Jahren eine Partnerschaft mit der Knecht Bau AG in Brugg eingegangen ist, den Draht zu den Mitarbeitern nie richtig gefunden.

Daniel Knecht, Präsident des Verwaltungsrats der Knecht Brugg Holding AG, winkt ab: «Es ging der stark auf den Hochbau ausgerichteten Firma schlecht, als wir sie gekauft haben. Wir waren vor allem am Tiefbaubereich interessiert, wo diese Firma früher stark war. Wir waren da manchmal Partner, manchmal Konkurrent. Dort wollten wir die Zusammenarbeit fördern und den Turnaround erreichen. Das ist aber zu wenig gelungen, um einen eigenständigen Betrieb zu rechtfertigen.»

Grosse Konkurrenz

Er verweist auf den Leistungs- und Preisdruck in der Branche, die grosse Konkurrenz und die knappe Ertragslage. «Gerne hätten wir für die G. Schmid AG in der Region genug Arbeit generiert. Es macht aber immer weniger Sinn, auf relativ engem Raum drei eigenständige Tiefbaubetriebe mit den entsprechend teuren Werkhöfen und Kadern zu betreiben. Die Kundschaft achtet heute viel weniger auf die lokale Präsenz.»

Daniel Knecht bestätigt, dass es eine Personalanpassung gab: «Es kam zu einzelnen Entlassungen, natürlich auch zu Abgängen in Form von Pensionierungen, die wir nicht ersetzt haben. Zu einzelnen Hochbauern, alles gute Leute, haben wir gesagt, dass wir sie nicht halten können. Denn diese Sparte möchten wir nicht abdecken.»

Die Knecht Brugg Holding AG ist an Tiefbauern interessiert, da sie mit der Knecht Bau AG in Brugg und der Meier Söhne AG in Schwaderloch in diesem Bereich tätig ist. «Wir haben den Beschäftigten in Wittnau Stellen im Tiefbau angeboten. Es haben einige bereits zugesagt, ein paar noch nicht», erwähnt Daniel Knecht.

Zu den Gerüchten über Unstimmigkeiten am Standort Wittnau meint er: «Das gibt es überall, wo zwei Firmenkulturen aufeinandertreffen. In unserem Fall: Personal der G. Schmid AG und von Knecht/Meier.» Dennoch habe es keine unüberwindbaren Differenzen gegeben.

Ist der Werkhof bereits geschlossen oder geht er nächstens zu? «Der Betrieb des Werkhofs kostet uns jährlich rund 300 000 Franken. Das ist zu viel. Wir können das rationeller lösen. Wir wollen den Betrieb in Wittnau aber nicht verkaufen, sondern sind an der Vermietung des praktischen Werkhofs interessiert. Er kann zudem auch dienen für die soeben gekauften Fahrzeuge und Mulden der Firma Ackle, Herznach», so Daniel Knecht.

Die Knecht Brugg Holding AG gab im Zusammenhang mit der Umstrukturierung in Wittnau bekannt, dass die Baubetriebe ihre Organisationsstrukturen vereinheitlichen und sich dem Markt anpassen.

Nicht mehr eigenständig

Die G. Schmid AG tritt unter den Namen Knecht Bau AG und Meier Söhne AG auf. Mit diesen beiden Baubetrieben konzentriert sich die Holding auf die angestammten Kompetenzen im Strassen- und Werkleitungsbau, Erdbau, Abbrucharbeiten, den Bau von Wasserleitungen und Quellfassungen.

Im Fricktal bleibt Knecht weiterhin präsent – von den Standorten Brugg, Frick und Schwaderloch aus. Die angefangenen Aufträge und Projekte der G. Schmid AG werden noch ausgeführt.