Olsberg

Tümpel für die Unken

Die Gelbbauchunke mag flache Gewässer zum Laichen.

Die Gelbbauchunke mag flache Gewässer zum Laichen.

Der Olsberger Naturschutzverein lancierte ein Projekt, um den Lebensraum seltener Amphibien zu vergrössern.

Der Naturschutzverein und die Ortsbürger der Gemeinde sorgen seit Jahren für mehr Artenvielfalt auf dem Gemeindegebiet. So sind im Kulturland beispielsweise noch der Gartenrotschwanz und der Neuntöter zu finden, und im Wald ist der Ruf des Pirols zu hören – allesamt seltene Vogelarten. Auch das Vorkommen der Gelbbauchunke sowie der Geburtshelferkröte, auch «Glögglifrosch» genannt, konnte teilweise gehalten werden. Beide Arten stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.

Um sie besser zu vernetzen und zusätzliche Lebensräume zu erschliessen, hat sich der Verein an die Naturschutzorganisation Pro Natura Aargau gewandt. Mit finanzieller Unterstützung aus dem Salzgut-Fonds der Schweizer Salinen und der Abteilung Wald des Kantons wurde ein Amphibienförderprojekt lanciert und umgesetzt.

Innerhalb eines gross­flächi- gen Eichenwald-Reservats wurden diesen Sommer über zwanzig neue Laichgewässer für die Gelbbauchunke und die Geburtshelferkröte geschaffen. Dabei wurde ausschliesslich mit dem im Boden vorhandenen Lehm gearbeitet, um keine Fremdmaterialien in den Waldboden einbringen zu müssen. Die entstandenen Tümpel sind mehrheitlich kleine, sehr flache, temporäre Gewässer, die nach Hitzeperioden austrocknen, erklärt Philipp Schuppli von der «creaNatira GmbH», einer Tochterfirma von Pro Natura. Dies gefällt insbesondere den Gelbbauchunken. Sie sind da- rauf angepasst, die nach Regenfällen füllende Kleingewässer rasch zu besiedeln und den Laich darin abzulegen. Das sich rasch erwärmende Wasser in diesen Tümpeln beschleunigt die Entwicklung der Kaulquappen, sodass die jungen Gelbbauchunken das Gewässer bereits nach wenigen Wochen verlassen können.

Die Tümpel wurden denn auch innert Wochenfrist von Unken besiedelt. Weitere Tümpel sind nun im Uferbereich des Violenbach geplant. Die Massnahmen kosteten bisher 18000 Franken. 

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