Fricktal
Trotz Verbreitung in Basel: "Bildung einer Tigermückenpopulation im Aargau ist unwahrscheinlich"

Obwohl in Basel Tigermückeneier gefunden wurden, geben die Aargauer Behörden für die Region Entwarnung. Die Ansiedlung einer Population sei unwahrscheinlich.

Marc Fischer
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Trotz heissem Sommer: Der Asiatischen Tigermücke ist es im Fricktal zu kalt.

Trotz heissem Sommer: Der Asiatischen Tigermücke ist es im Fricktal zu kalt.

Ende Juli wurden an zwei Orten im Kanton Basel-Stadt Eigelege der Asiatischen Tigermücke gefunden. Dies wurde Ende letzter Woche bekannt. Die Mücke breitet sich in Europa seit Jahren immer mehr aus. Sie ist sehr aggressiv, tagaktiv und brütet vorwiegend im Siedlungsraum. Die Tigermücke ist eine potenzielle Überträgerin von Dengue- und Chikungunya-Fieber und Zikavirus-Infektionen. In der Schweiz ist bisher noch keine Krankheitsübertragung dokumentiert.

Die beiden Basler Fundorte wurden im Rahmen eines nationalen und kantonalen Überwachungsprogramms beobachtet. Der Kanton Aargau führt selbst kein zusätzliches Monitoring durch, wie Christine Trachsel von der Koordinationsstelle Neobiota des Departements Gesundheit und Soziales Aargau sagt. «Da es aufgrund der klimatischen Bedingung sehr unwahrscheinlich ist, dass sich im Kanton Aargau stabile Tigermückenpopulationen bilden, besteht vorläufig kein Handlungsbedarf.»

Denn den Tieren ist es nördlich der Alpen zu kalt. Bislang gibt es in der Schweiz einzig im Tessin etablierte Populationen. In der nördlichen Schweiz seien bislang nur vereinzelte Tiere und Eigelege gefunden worden, so Trachsel. «Die Mücken werden vorwiegend entlang der A2 als blinde Passagiere in Fahrzeugen von Süden nach Norden eingeschleppt.» In einem nationalen Monitoring werden seit 2013 denn auch die Hauptverkehrsachsen überwacht und an wichtigen Knotenpunkten Fallen installiert.

Die Tigermücken nutzen – ebenso wie die in der Region weitverbreitete Asiatische Buschmücke – kleine, stehende Wasseransammlungen, um ihre Eier abzulegen. Für Laien sei die Unterscheidung der beiden Mückenarten schwierig, sagt Trachsel. Wer den Verdacht hege, eine Asiatische Tigermücke gesichtet zu haben, könne gut erkennbare Fotos oder die Mücke selbst an die regionale Meldestelle am Tropeninstitut Basel senden. Sie ist unter der E-Mail-Adresse tigermuecke@swisstph.ch erreichbar.