Basler Personenschifffahrt

Trotz neuer Anlegestelle: Der «Rhystärn» fährt nur noch dreimal pro Woche bis Rheinfelden

Der «Rhystärn» legt künftig nur noch dreimal pro Woche in Rheinfelden an. Archiv/TWE

Der «Rhystärn» legt künftig nur noch dreimal pro Woche in Rheinfelden an. Archiv/TWE

Die Fricktaler Halte Rheinfelden und Kaiseraugst werden von der Basler Personenschifffahrt künftig nur noch halb so oft angefahren wie bisher. Beim Rheinfelder Gewerbe ist man darüber nicht glücklich.

Der «Rhystärn» ist das Flaggschiff der Basler Personenschifffahrt (BPG). Es bietet 600 Personen Platz und lockt die Passagiere unter anderem mit Panoramadeck und Panoramafenstern. Letzten Sommer wurde der «Rhystärn» in die BPG-Flotte aufgenommen. Die BPG wäre damals eigentlich sechsmal pro Woche – täglich ausser am Montag – mit einem ihrer Schiffe nach Rheinfelden gefahren. Wäre.

Denn aufgrund des tiefen Wasserstands konnte in Rheinfelden bis zum Saisonende kein Schiff anlegen (die AZ berichtete). Dadurch stiegen in Rheinfelden letztes Jahr nur 18 000 Personen ein und aus, anstatt wie in den Vorjahren rund 25 000.

Am Karfreitag beginnt nun die neue Schifffahrtssaison und bis dahin modernisiert die Stadt Rheinfelden ihre Schiffsanlegestelle. Über den Winter wurden die Arbeiten an Land ausgeführt. Unter anderem ermöglichen die Neuerungen ein schnelleres Ein- und Aussteigen und die Anlegestelle hat neu einen Stromanschluss. Am kommenden Montag starten laut Stadtschreiber Roger Erdin die Wasserbauarbeiten. Im Rahmen dieser Arbeiten wird der Rhein ausgetieft, um zu gewährleisten, dass in künftigen trockenen Sommern in Rheinfelden angelegt werden kann.


Ähnliche Passagierzahlen erwartet


Allerdings ändert die BPG nun just auf den Zeitpunkt, auf den Rheinfelden seine Anlegestelle modernisiert, den Fahrplan. Künftig findet die grosse Schleusenfahrt nur noch dienstags, donnerstags und samstags statt. Die Fricktaler Halte – neben Rheinfelden ist auch Kaiseraugst betroffen – werden also noch halb so oft angefahren wie bisher. BPG-Geschäftsführer Peter Stalder erklärt die Reduktion mit betrieblichen Gründen.

Der «Rhystärn» sei ein einzigartiges Schiff, betont er. «Wir wollen einer möglichst breiten Bevölkerung ermöglichen, damit zu fahren.» Deshalb setze man es künftig auch für kürzere Fahrten in und um Basel ein. Die Option, an den anderen Tagen die MS «Christoph Merian» nach Rheinfelden fahren zu lassen, habe man verworfen. «Die Leute wollen mit dem ‹Rhystärn› fahren und planen entsprechend», so Stalder.


Nicht glücklich über die Reduktion ist man beim Rheinfelder Gewerbe. Die Schiffspassagiere hätten die Altstadt jeweils belebt, sagt Marco Veronesi, Präsident von «Pro Altstadt». Die ausbleibenden Touristen im letzten Jahr seien bei einigen Geschäften ins Gewicht gefallen. «Nichts, das wegfällt, ist positiv», so Veronesi. Peter Stalder führt an, dass der «Rhystärn» mehr Passagiere befördern kann als sein Vorgänger.

Anfragen und Reservationen zeigten zudem ein reges Interesse an der grossen Schleusenfahrt. Stalder geht deshalb davon aus, dass Rheinfelden auch mit der Reduktion rund 25 000 Einstiege pro Jahr verzeichnen wird. Die Stadt habe mit der BPG vereinbart, dass «bis Mitte Jahr eine erste Bilanz gezogen wird», sagt Erdin dazu.


Bislang zahlte die Stadt jährlich 20 000 Franken an die BPG. Auch in diesem Jahr ist der Betrag so im Budget. «Wir haben aber vereinbart, dass die Höhe der Zahlung dieses Jahr von den Passagierzahlen abhängig gemacht wird», so Stalder. «Wir messen erst, wie viele Personen das Schiff nutzen.»


Kredit wird überschritten


Peter Stalder lobt auch den Ausbau der Anlegestelle. «Sie bringt eine Qualitätssteigerung mit sich», sagt er. Dass die Reduktion der Fahrten im gleichen Jahr erfolge wie die Sanierung, sei sicher unglücklich, findet Stalder und betont: «Dass dies in Rheinfelden auf Unmut stösst, kann ich verstehen.»


Doppelt unglücklich ist aus Rheinfelder Sicht, dass der bewilligte Kredit von 710 000 Franken für die Erneuerung der Anlegestelle nicht ausreichen wird, wie Roger Erdin einräumt. Zwar fallen laut dem Stadtschreiber die zusätzlichen Austiefungsarbeiten «nicht so sehr ins Gewicht». Jedoch mussten die Stahlwasserbauarbeiten insgesamt rund 180 000 Franken über dem Kostenvoranschlag vergeben werden. Als Grund nennt Erdin die vollen Auftragsbücher der spezialisierten Unternehmen.

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