Rheinfelden

Trotz laufendem Geschäft: Das Damoklesschwert schwebt über dem Veloladen am Bahnhof

Roger Märki ist ­zufrieden mit dem Geschäftsgang.

Roger Märki ist ­zufrieden mit dem Geschäftsgang.

Der vor knapp zwei Jahren eröffnete Veloladen am Rheinfelder Bahnhof läuft rund. Besonders der Reparaturenservice kommt nicht nur bei den zahlreichen treuen Stammkunden gut an. Trotzdem plagen den Inhaber Roger Märki Zukunftssorgen. Er lebt unter einem Damoklesschwert.

Roger Märki hat allen Grund zur Freude. In seinem Veloladen in der ehemaligen Güterhalle am Rheinfelder Bahnhof läuft es immer besser. Im Frühjahr 2018 haben Roger und Carole Märki den Laden hier eröffnet, im Sortiment finden sich neue und gebrauchte Fahrräder aller Art.

Ein wichtiger Betriebszweig ist und bleibt aber auch die Reparatur: «Gerade Pendler, die mit dem Velo an den Bahnhof kommen, nutzen dieses Angebot gerne», sagt Märki. Sie können morgens das Velo vorbeibringen und abends wieder abholen – «jedenfalls meistens», fügt Märki mit einem entschuldigenden Lächeln an. «Derzeit sind wir sehr ausgelastet, weshalb es auch mal zwei oder drei Tage länger dauern kann. Aber wir geben unser Bestes und das Verständnis der Kunden ist meistens da.»

Das Fazit der ersten beiden Jahre des Veloladens fällt denn auch gut aus. «Wir haben uns super eingelebt und profitieren dabei vom tollen Standort direkt am Bahnhof und von der treuen Stammkundschaft», so Märki. Nur: Der Standort ist zwar gut – aber wie lange der Veloladen noch in der Güterhalle bleiben darf, ist offen.

Ende Jahr soll das Projekt präsentiert werden

Die SBB planen eine Umgestaltung des Bahnhofareals. 2019 wurde gemeinsam mit der Stadt eine Testplanung durchgeführt. «Momentan überarbeiten wir diese und erstellen ein Richtprojekt», sagt SBB-Sprecher Raffael Hirt. Ende Jahr soll das Projekt präsentiert werden. Stadt und SBB gehen davon aus, dass die Bauarbeiten – sofern das Projekt umgesetzt wird – «bis in die zweite Hälfte der 2020er-Jahre dauern werden», wie Hirt sagt.

Für Roger Märki und den Veloladen bedeutet das ein Leben unter dem Damoklesschwert. Als er kurz nach seiner Ladeneröffnung vom Projekt erfahren habe, sei das schon ein Schock gewesen, so Märki. Mittlerweile aber blickt er gelassener in die Zukunft. «Wir möchten natürlich hierbleiben, solange es geht.» Aktiv auf der Suche nach einem alternativen Standort ist er nicht, er habe aber jeweils «ein halbes Auge dafür offen, ob sich irgendwo etwas ergeben könnte», sagt er.

Folgen der Coronakrise sind spürbar

Im Alltag sind die Zukunftssorgen ohnehin meist ganz weit weg. «Da habe ich schlicht keine Zeit dafür», sagt Märki mit einem Lachen. Zur Stammkundschaft hinzukommen derzeit auch Touristen auf Velotouren, die mit kleinen Pannen und Defekten in die Werkstatt kommen.

«Ihnen versuchen wir – sofern möglich – sofort zu helfen, damit sie auf ihren Touren mit dem Velo nicht aufgehalten werden», sagt Märki. So spürt er die Folgen der Coronakrise bei Reparatur- und Serviceaufträgen – und seit dem Ende des Lockdowns auch beim Verkauf. «Wir merken, dass mehr Menschen in den Ferien in der Schweiz bleiben und dann eben auch gerne Velofahren gehen.»

Auch Märkis funktionale Kunstwerke, eigentlich als zweites Standbein angedacht, kommen so im Moment etwas zu kurz. Das soll sich aber schon bald ändern. Ab August arbeitet seine Schwester im Veloladen mit und ist dann für die Büroarbeit zuständig. Ab dem 1. Januar 2021 wird das Team ausserdem um einen Velomechaniker erweitert. Es läuft rund im Veloladen in der Güterhalle am Rheinfelder Bahnhof.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

Meistgesehen

Artboard 1