Laufenburg
Trotz Kritik an der Höhe der Kosten: Auch Ortsbürger unterstützen das Museum Schiff

Die Laufenburger Ortsbürger genehmigten die notwendigen 850'000 Franken Einmalbeitrag und jährlich 20'000 Franken Betriebskostenbeitrag.

Marc Fischer
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So könnte es im Museum Schiff dereinst aussehen.

So könnte es im Museum Schiff dereinst aussehen.

zvg

Am Ende war das Verdikt deutlich: 52 Laufenburger Ortsbürger stimmten dem Beitrag von 850'000 Franken à fonds perdu an die Sanierung und Erweiterung des Museums Schiff sowie einem jährlich wiederkehrenden Beitrag an die Betriebskosten von 20'000 Franken zu. 21 Anwesende sprachen sich dagegen aus, 7 weitere enthielten sich.

Der Abstimmung vorangegangen war eine gut 90-minütige kontroverse Diskussion. Projektleiter Joe Schnetzler warb für die Beiträge. Er wies auf den Sanierungsbedarf hin und betonte, mit der Erweiterung könne man mehr Objekte ausstellen. «Wenn wir das Projekt realisieren, kann Geschichte modern präsentiert werden», sagte er.

«Das Projekt ist gut, aber ein bis zwei Nummern zu gross»

Am Projekt gab es dann auch kaum Kritik – dafür jedoch an der Höhe der Kosten beziehungsweise der Beiträge. Ein Votant sagte, es sei schön, Projekte ohne finanzielle Obergrenzen auszuarbeiten. Sein Fazit: «Das Projekt ist gut, aber für Laufenburg ein bis zwei Nummern zu gross.»

Er beantragte deshalb, den A-fonds-perdu-Beitrag zu genehmigen, aber den jährlichen Betriebskostenbeitrag zu halbieren und auf zehn Jahre zu befristen. Die Ortsbürger würden oft als Milchkuh betrachtet, «aber diese dürfen wir nicht ausschöpfen».

Die Befürworter sahen das anders. Die Ortsbürger hätten nicht die Aufgabe, Geld anzuhäufen, sondern zum Wohlbefinden der Gemeinde beizutragen, sagte ein Votant. «In unserer finanziellen Lage können wir das Museumsprojekt locker mitfinanzieren.»

Betrieb könnte «ein dauernder Kampf» werden

Andere Redner fragten, ob die Swisslos-Subventionen an Bedingungen geknüpft seien und wie der Museumsverein sicherstellen wolle, dass die errechneten Betriebskosten ausreichen. Joe Schnetzler antwortete, dass die Swisslos-Beiträge zurückerstattet werden müssten, sollte das Museum in den nächsten 25 Jahren geschlossen werden. Bezüglich der Betriebskosten sagte er, dass man weiterhin auf ehrenamtliche Helfer angewiesen sein werde und es sein könne, dass der Betrieb «ein dauernder Kampf» werde. Man müsse nun aber einen mutigen Schritt in die Zukunft machen. «Wir sind überzeugt, dass es funktioniert.»

Die Ortsbürger entschieden sich letztlich für diesen Schritt. Der Antrag, den Beitrag an die Betriebskosten zu halbieren, wurde mit 45 zu 23 abgelehnt und der gemeinderätliche Antrag fand Zustimmung.

Noch vor der Abstimmung hatte Vizeammann Meinrad Schraner die Museumsverantwortlichen aufgefordert, für das Projekt einen Steuerungsausschuss einzusetzen und parallel zur Realisierung den Generationenwechsel anzugehen.

Förster sind nun Ortsbürger

Nach der langen Diskussion um die Museumsbeiträge wurden die übrigen Traktanden der Ortsbürgergemeinde rasch abgehandelt. So wurde etwa der Zusammenschluss der Forstbetriebe Laufenburg und Gansingen zu einer öffentlich-rechtlichen Gemeindeanstalt genehmigt. Die Basis dafür geschaffen, dass der Forstbetrieb bereit sei für eine Veränderung, hätten Förster Sebastian Meier, der im kommenden Mai pensioniert wird, sowie sein Vorgänger Josef Binkert, sagte Vizeammann Meinrad Schraner. Beide seien weit über 30 Jahre als Förster tätig gewesen und sich durch ihre Liebe zum Wald und durch ihren Einsatz ausgezeichnet. «Sie leiden beide, wenn der Wald leidet», fasste Schraner zusammen. Für ihr jahrelanges Engagement beantragte die Ortsbürgerkommission, die beiden Förster mit ihren Ehefrauen als Ortsbürger aufzunehmen. Die Versammlung folgte dem Antrag mit Applaus. Weiter wurde bekannt, dass Andreas Bühler als Nachfolger von Sebastian Meier gewählt wurde. (mf)