Wittnau
Trotz Einsprachen und Beschwerden: Aargauer Gastro-Unternehmer plant ein Hunde-Hotel

Die Pläne für ein Ferienheim sind ausgearbeitet – ob und wie sie realisiert werden, ist allerdings offen.

Nadine Böni
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So könnte das Hotel einst aussehen: 16 Lodges in einem Holzelementbau. Ein Betreiber fehlt allerdings noch.

So könnte das Hotel einst aussehen: 16 Lodges in einem Holzelementbau. Ein Betreiber fehlt allerdings noch.

zvg

Im Inserat ist die Rede von einer «faszinierenden Liegenschaft» mit «hervorragender Alleinlage» und «grosszügigen Platzverhältnissen». Es geht um das ehemalige Tierferienheim Fürberg am Unterfeuerberg in Wittnau. Dieses ist seit einigen Tagen auf verschiedenen Immobilienplattformen zum Verkauf ausgeschrieben – mitsamt einem Projekt für einen Neubau einer Ferienpension für Hunde.

Hinter dem Projekt steht Peter Studler. Der Seenger Bäcker und Gastronomie-Unternehmer ist vor allem im Bezirk Lenzburg und im Freiamt bekannt als umtriebiger Geschäftsmann, der viele Projekte aufgleist – einige davon allerdings (noch) nicht umgesetzt hat.

Einsprachen und Beschwerde

2014 hat Studler die Liegenschaft in Wittnau inklusive des rund 10 000 Quadratmeter grossen Grundstücks übernommen. Er beabsichtigte, eine Hundepension daraus zu machen. Gegen das Projekt allerdings gingen – unter anderem wegen des möglichen Lärms – Einsprachen und zuletzt auch eine Beschwerde ein. «Es war uns schon vor dem Projektstart bewusst, dass es in einem Gebiet ausserhalb der Bauzone schwieriger werden könnte mit einem solchen Projekt. Wir waren daher auf einen längeren Prozess eingestellt», sagt Studler.

Das nun erarbeitete Projekt passe ins Landschaftsbild, betont er. «Auch auf den Lärmschutz wurde ein Augenmerk gelegt.» Geplant sind 16 sogenannte Dog-Lodges in einem Holzelementbau. Dabei handelt es sich um eine Art Hotelzimmer, eingerichtet unter anderem mit einem Auslaufbereich. Je nach Grösse der Tiere würden sich drei bis sechs Hunde eine Lodge teilen.

1,2 Millionen Kosten für Bau

Studler hält trotz Einsprachen und Beschwerde am Vorhaben fest, am Unterfeuerberg ein Hunde-Hotel zu eröffnen. Noch aber fehlt der Betreiber des geplanten Hotels. Daran soll nun die Ausschreibung des Grundstücks etwas ändern: «Es geht darum, Interessenten für das Projekt zu finden», sagt Studler. «Ob das Grundstück mitsamt Projekt verkauft oder ein Betrieb mit einem Geschäftsleitungsmodell aufgegleist wird, ist derzeit noch offen.»

Ein wichtiger Punkt dürfte dabei die Finanzierung des Baus sein. Der Verkaufspreis des Grundstücks liegt bei knapp 2,6 Millionen Franken. Nicht eingerechnet sind die Kosten für den Bau des neuen Hotels. Studler rechnet mit rund 1,2 Millionen Franken.

Kommt die Bewilligung?

Studler ist zuversichtlich, dass sich Interessenten finden. «Bevor wir mit der Projektausarbeitung starteten, haben wir bereits lose nach Interessenten gesucht. Damals war das Echo gross», sagt er. Ebenso gibt er sich sicher, dass er für sein Hunde-Hotel demnächst definitiv grünes Licht kriegt. «Die Rechtskraft der Bewilligung erwarten wir in den kommenden Tagen», so Studler. Bei der Gemeinde tönt es allerdings ein wenig anders. Die Beschwerde liege derzeit beim Kanton, die Stellungnahmen seien eingeholt – ein Entscheid aber stehe noch aus, heisst es dort auf Nachfrage. Es sei fraglich, ob dieser «in den nächsten Tagen» eintreffe.