Wallbach
Trotz drohender Gefahr: Hochwasserschutz am Rheinufer muss warten

Der Kanton will das Rheinufer revitalisieren. Deshalb kann die Schutzmauer wohl erst 2020 gebaut werden.

Dennis Kalt
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Die Beaverschläuche (Foto vom Mai 2015) sollten bald ausgedient haben.

Die Beaverschläuche (Foto vom Mai 2015) sollten bald ausgedient haben.

Nadine Böni

Immer wieder musste Wallbach unliebsame Erfahrungen mit den Pegelhochständen des Rheins machen. Zuletzt mussten die mobilen Dämmelemente – sogenannte Beaver-Schläuche – im Juni 2016 am Rheinufer installiert werden, um Überschwemmungen von anliegenden Kellern und Garagen zu verhindern.

Um zukünftig auf die Beaver-Schläuche verzichten zu können, hat die Gemeinde den Bau einer 500 Meter langen und rund 70 Zentimeter hohen Schutzmauer projektiert, die im Ernstfall durch die Montage von Aluminiumelementen auf bis zu zwei Metern erhöht werden kann.

Machbarkeitsstudie ist im Gang

Doch der Bau der Mauer muss warten. «Wir planen im selben Abschnitt, in dem die Mauer gebaut werden soll, die Revitalisierung des Rheinufers. Hierzu führen wir derzeit eine Machbarkeitsstudie durch», sagt Christoph Eggimann, Projektleiter der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons. Im Zuge der Revitalisierung ist geplant, die über 100 Jahre alten Betonplatten, die verbaut sind, zu entfernen und damit das Ufer naturnah zu gestalten.

«Beide Projekte, Hochwasserschutz und Revitalisierung des Ufers, werden aufeinander abgestimmt und zusammen ausgeführt», sagt Eggimann. Ziel der Machbarkeitsstudie ist unter anderem festzustellen, ob durch die Entfernung der Betonplatten Wasser aus dem Rhein ins Grundwasser fliesst und wie sich dies auf den Grundwasserspiegel auswirkt.

Bau beginnt frühestens 2020

Christoph Eggimann schätzt, dass der Bau für die Schutzmauer am Rhein frühestens im Jahr 2020 starten kann. «Vorausgesetzt, dass es bei den ganzen Bewilligungsprozessen zu keinen grösseren Problemen kommt», sagt er. Die Kosten für die Schutzmauer betragen 5,75 Millionen Franken. An diesen beteiligen sich der Bund und die Aargauische Gebäudeversicherung. Den Rest der Kosten teilen sich Wallbach mit 60 Prozent und der Kanton mit 40 Prozent.