Der Basler Pharmakonzern Novartis will weltweit seine Produktionsstandorte und die Verwaltung straffen. «Das wird global verschiedene Werke treffen und auch auf die Schweiz Auswirkungen haben», sagt Novartis-Präsident Jörg Reinhardt im Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Genaue Kapazitätsplanungen für einzelne Standorte könne er nicht liefern, sagt Reinhardt im Interview. «Aber wir haben schon kommuniziert, dass es parallel zum Aufbau neuer Produktionen einen Abbau der Standardbereiche geben wird.» 

Neben dem Hauptsitz in Basel dürfte das Werk Stein von den Plänen betroffen sein. Hier hat Novartis vor wenigen Tagen den Aufbau einer zukunftsgerichteten Produktion bekanntgegeben. Doch die 2000 Angestellten im Aargau stellen auch noch viele Medikamente in traditioneller Weise her.

Das dürfte ein Dämpfer für die Fricktaler Gemeinde sein. Beat Käser, Gemeindeammann von Stein, sagte nach der Ankündigung der neuen Produktionsanlage von Novartis gegenüber der AZ: «Das ist wirklich eine gute Nachricht.» Gerade in Zeiten, in denen man häufig von Arbeitsplatzabbau lese, «tut es gut, auch mal von einem Ausbau zu hören».

Die Geschäftsleitung habe ihm immer gesagt, dass die Zahl der Arbeitsplätze in Stein sicher nicht kleiner werde. Umso grösser war die Freude über die bis zu 450 neuen Jobs im Sisslerfeld. Dass der Novartis-Präsident diese Ankündigung nun relativiert, wird die Freude im Fricktal wohl trüben.

Der Novartis-Präsident begründet die Kostensenkungspläne des Unternehmens auch damit, dass seit einem Jahr die Nettopreise in den USA fielen. Nach Gewährung von Rabatten an Grosseinkäufer lägen sie «1 bis 2 Prozent tiefer als im Vorjahr». Da die Branche im Durchschnitt die Hälfte ihrer Gewinne in den USA erwirtschaftet, ist dieser Rückgang bedeutsam. «Wir bereiten uns darauf vor, dass sich mittelfristig im US-Preissystem etwas tun wird, das Auswirkungen auf die gesamte Pharmabranche hat», sagt Reinhardt im Interview weiter. (zam)