Magden

Trotz 2,9 Millionen Ertragsüberschuss steht der Steuerfuss zur Diskussion

In Magden steht der Steuerfuss zur Diskussion.

In Magden steht der Steuerfuss zur Diskussion.

Obwohl das Rechnungsergebnis durchaus positiv ist, blickt die Gemeinde nicht nur zuversichtlich in die Zukunft.

Den Magdener Stimmberechtigten werden an der Gemeindeversammlung vom 16. Juni erfreuliche Zahlen vorgelegt. Ammann André Schreyer konnte seine Freude jedenfalls nicht verhehlen, als er am Mittwochnachmittag anlässlich einer Medienkonferenz die Rechnung 2016 präsentierte. «Ich möchte sie nicht schlechter reden, als sie ist», sagte er mit einem Lachen. Die Erfolgsrechnung weist einen Ertragsüberschuss von rund 2,9 Millionen Franken aus – insgesamt über 2,4 Millionen Franken mehr, als budgetiert.

Als Gründe gab Schreyer einerseits den Steuerertrag an. Dieser ist hauptsächlich aufgrund von «einzelnen Nachzahlungen und aussergewöhnlichen Zahlungen» höher ausgefallen, wie Schreyer sagte. Andererseits konnte die Gemeinde auch den betrieblichen Aufwand gegenüber dem Vorjahr und dem Budget senken und im vergangenen Jahr standen nicht die ganz grossen Investitionen auf dem Programm.

Kriegt der Steuerzahler etwas?

Das hat dazu geführt, dass die Gemeinde per 31. Dezember über ein Nettovermögen von fast 3,4 Millionen Franken verfügte. Stellt sich die Frage: Gibt Magden das gute Ergebnis an der Gemeindeversammlung im Winter an den Steuerzahler weiter? Das ist noch unklar.

Die Lage ist wegen des Steuerfussabgleichs ohnehin komplex. Der Kanton erhöht nämlich die Steuern auf das kommende Jahr um drei Prozentpunkte. Um eine Steuererhöhung für die Bevölkerung zu verhindern, müsste die Gemeinde ihren Steuerfuss – heute liegt er bei 95 Prozent – um ebendiese drei Prozentpunkte senken. Will oder kann sie das nicht, muss an der Budgetgemeinde eine Steuerfusserhöhung beantragt werden. Auf dieses Szenario schien es in Magden herauszulaufen. Jetzt aber ist ein tieferer Steuerfuss doch noch nicht vom Tisch: «Wir werden das hinsichtlich der Budgetgemeinde diskutieren», sagte Schreyer.

«Ein beruhigendes Polster»

Das Vermögen sei ein «beruhigendes Polster» hinsichtlich der kommenden Jahre, so der Ammann. Er wies aber gleichzeitig auf anstehende Investitionen hin. Im Juli etwa startet die Sanierung der Wintersingerstrasse, ein Millionenprojekt.

Und dann ist da noch der im März vom Grossen Rat verabschiedete neue Finanz- und Lastenausgleich. Er beschert Magden jährliche Mehrausgaben in der Höhe von rund 600 000 Franken. «Wir sind eine der am stärksten betroffenen Gemeinden im ganzen Kanton», sagte Schreyer.

Angesichts der angespannten Finanzlage des Kantons bestünde ausserdem das Risiko weiterer Verschiebungen zu Lasten der Gemeinde; Stichwort: Transferaufwand. «Die nächsten paar Jahre werden vermutlich zu einer Reduktion des Vermögens führen», sagte Schreyer.

Neben der Rechnung stehen ein Kredit für den Ersatz der Wasserleitung und die Sanierung der Gemeindestrasse im Chilchberg auf der Traktandenliste. Ebenfalls entscheiden die Stimmbürger über die neuen Satzungen der Kreisschule Unteres Fricktal. An diese sollen auch die Gemeinden des Oberstufenzentrums Fischingertal sowie Stein angeschlossen werden.
Gemeindeversammlung: Freitag, 16. Juni, 20 Uhr, im Gemeindesaal

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