Laufenburg

Trockenheit drückt Ergebnis: Energiedienst Holding AG verdiente 2018 deutlich weniger

Die Stromproduktion am Hochrhein (im Bild das Kraftwerk Laufenburg) lag aufgrund der trockenen zweiten Jahreshälfte 2018 rund zehn Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Archiv

Die Stromproduktion am Hochrhein (im Bild das Kraftwerk Laufenburg) lag aufgrund der trockenen zweiten Jahreshälfte 2018 rund zehn Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Archiv

Der schweizerisch-deutsche Stromkonzern Energiedienst Holding AG mit Sitz in Laufenburg, der unter anderem die Rheinkraftwerke in Rheinfelden und Laufenburg betreibt, hat 2018 deutlich weniger verdient als im Vorjahr.

Einen Strich durch die Rechnung machten dem Unternehmen die geringere Stromproduktion sowie die negative Entwicklung des Kapitalmarktes. Den Aktionären wird die Dividende gekürzt.

Die Nettoerlöse des Stromversorgers nahmen 2018 geringfügig zu, und zwar um 0,7 Prozent auf 896 Millionen Euro. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf den gestiegenen Stromabsatz sowie auf höhere Grosshandelspreise zurückzuführen, wie die Gesellschaft am Montag mitteilte. Das Betriebsergebnis verringerte sich dagegen um 46 Prozent auf 18,7 Millionen Euro. Bereits im November hatte der Energiedienst mitgeteilt, dass das Vorjahresergebnis von 35 Millionen Euro und auch das vor einem Jahr anvisierte Ziel von 40 bis 50 Millionen Euro nicht erreicht würden.

Hauptursache für diesen Rückgang war den Angaben zufolge der wegen der extrem trockenen Witterung tiefe Wasserstand im Rhein vor allem im zweiten Halbjahr. Dies habe dazu geführt, dass die Erzeugung am Hochrhein insgesamt fast zehn Prozent niedriger ausgefallen sei als der langjährige Durchschnitt.

Reingewinn sinkt deutlich

Unter dem Strich resultierte ein 57 Prozent tieferer Reingewinn von 13,2 Millionen Euro. «Wir können mit dem Unternehmensergebnis des Jahres 2018 nicht zufrieden sein, auch wenn wir erste Ziele bei der Umsetzung unserer Strategie erreicht haben», wird Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG, in der Mitteilung des Unternehmens zitiert. Neben der historisch schlechten Wasserführung und Effekten des Kapitalmarkts, die das Ergebnis drückten, führte der im März scheidende Energiedienst-Chef noch einen weiteren Grund an. «Es ist uns nicht gelungen, das Fotovoltaikgeschäft nach unseren Vorstellungen zu entwickeln. Daran werden wir arbeiten.»

Die Aktionäre sollen entsprechend eine gekürzte Dividende erhalten. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung eine Dividende von noch 75 Rappen pro Aktie vor. Im Vorjahr lag die Dividende noch bei einem Franken.

Zuversicht fürs Jahr 2019

Insgesamt verkaufte der Energieversorger in der Berichtsperiode mit 8341 Millionen Kilowattstunden rund drei Prozent mehr Strom als 2017. Wesentlicher Anteil an der Steigerung hatte gemäss Mitteilung der Übrige Stromabsatz (Handelsgeschäfte, regulatorische Geschäfte und Netznutzung), der um 506 Millionen Kilowattstunden stieg. Der Gasabsatz sank dagegen witterungsbedingt um 17 Millionen Kilowattstunden auf 253 Millionen Kilowattstunden. Im vergangenen Jahr investierte die Gesellschaft wieder mehr in die Produktion. Die Nettoinvestitionen betrugen 58 Millionen Euro nach 49 Millionen Euro im Vorjahr.

Ins laufende Jahr blickt man wieder zuversichtlicher. Er gehe davon aus, dass sich die höheren Grosshandelspreise für Strom ab dem Geschäftsjahr 2019 «noch positiver auf unser Ergebnis auswirken werden als im Jahr 2018», so Steiger. «Auch wenn wir nicht so vorankommen wie gewünscht, werden wir uns weiter vom reinen Energieversorger zum umfassenden Energiedienstleister entwickeln.»

Die derzeit schlechten Zahlen spiegelten nur einen Teil der Wahrheit wider. «Wir glauben an das Unternehmen und sehen das schlechte Jahresergebnis als kurzfristige Delle, weil mehrere negative Effekte zusammengekommen sind.» Bei durchschnittlicher Wasserführung und einer stabilen Entwicklung des Kapitalmarkts sei für 2019 mit einem Betriebsergebnis von 35 bis 45 Millionen Euro zu rechnen. (AZ)

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