Laufenburg

Treueschwur bei Kerzenschein von drei neuen Zunftbrüdern

Die Narro-Alt-Fischerzunft 1386 zelebrierte das grenzüberschreitende Hauptbott und nahm drei neue Zunftbrüder auf. Neben Ehrungen kam auch der Humor nicht zu kurz.

Traditionell findet das Hauptbott der Narro-Alt-Fischerzunft 1386 am ersten Faisse statt. Die Zunftbrüder der mehreren Stadt (Schweiz) und der minderen Stadt (Deutschland) treffen sich zur feierlichen Hauptversammlung in der Stadthalle, deren Höhepunkt die Aufnahme der neuen Zunftbrüder darstellt.

Gleich drei Biedermänner wurden dieses Jahr feierlich in die Zunft aufgenommen: der ehemalige Stadtammann Rudolf Lüscher und Louis Tröndle aus der mehreren Stadt und Torsten Amann aus der minderen Stadt. Einer nach dem anderen schwor bei Kerzenschein und vor einem Totenkopf und seinen neuen Zunftbrüdern «die Satzungen und Ordnungen der Zunft getreu zu bewahren, zu hegen und zu pflegen bis an mein seliges Ende.»

Der ehemalige Stadtammann Rudolf Lüscher legt den Schwur ab

Der ehemalige Stadtammann Rudolf Lüscher legt den Schwur ab

Neuer Ehrenzunftbruder

Nach den feierlichen Aufnahmen wurden verdiente Zunftbrüder geehrt – in diesem Jahr alle von der badischen Seite. Seit 15 Jahren gehört Thomas Mutter der Narro-Altfischerzunft an. Schon 50 Jahre ist Ulrich Schmidt Zunftbruder und bereits seit 60 Jahren gehören Georg Gerteis und Franz Rudigier der Zunft an und machen sich um die Traditionen der Laufenburger Fasnacht verdient.

Eine spezielle Ehre wurde Peter Strittmatter, ebenfalls aus der minderen Stadt, zuteil. Strittmatter gestaltet seit Jahren die Laufenburger Fasnachts-Plaketten und schnitzt Masken seine Zunftbrüder. Nun wurde er zum Ehrenzunftbruder ernannt. Selbstverständlich kamen aber auch Musik und Humor nicht zu kurz.

Den Auftakt machte das Tambourencorps mit einem fulminanten Auftritt, am Ende des Hauptbotts erklang das «Lied von Laufenburg» und kurz davor gaben René Leuenberger senior, Charly Oberle und Jürgen Maier eine musikalische närrische Einlage, bei der sie einerseits traditionelle Laufenburger Fasnachtssprüche in Cover-Songs verpackten und andererseits auch die eine oder andere Anekdote aus dem vergangenen Jahr Revue passieren liessen.

Leuenberger hatte schon zuvor zusammen mit Sabine Schütz-Baumgartner mit Sketches für Lacher gesorgt, bei denen nicht zuletzt das Laufenburger Bauamt, die neue Stadthalle und der neu zusammengesetzte Stadtrat mit Sulzer Mehrheit ihr Fett weg bekamen.

«Freier Narrenverkehr»

Immer wieder wurde von den deutschen Zunftbrüdern auch das Ja der Schweiz zur Masseinwanderungsinitiative zur Sprache gebracht. Zunftmeister Claus Epting etwa sagte zu Beginn seines Jahresrückblickes mit einem Schmunzeln, er habe am Montag noch schnell einen Saal reserviert.

«Dann hätten wir uns per Videoschaltung einbringen können, wenn wir nicht zum Hauptbott hätten einreisen dürfen.» Sein Pendant von der Schweizer Seite, René Leuenberger, beschwichtigte jedoch umgehend: «Der freie Narrenverkehr wird auch in Zukunft bestehen bleiben.» Schliesslich habe auch Napoleon die Fasnacht nicht trennen können.

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