Laufenburg
Treppe zum Wehr für Velofahrer viel zu steil – jetzt hilft eine Zwischenlösung

Die Energiedienst Holding hat den Zugang zum neuen Rheinübergang beim Kraftwerk durch eine provisorische Rampe entschärft. Sie plant nun eine langfristige Lösung. Auch weil der Rollstuhllift wegen des Provisoriums nicht in Betrieb ist.

Walter Christen
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Diese provisorische Rampe im Kraftwerk Laufenburg führt auf die Höhe des Wehrs (hinten). chr

Diese provisorische Rampe im Kraftwerk Laufenburg führt auf die Höhe des Wehrs (hinten). chr

Seit Mitte Mai gibt es in Laufenburg eine dritte Rheinbrücke – das Wehr des Kraftwerks. Doch die Freude über die Öffnung dieses Rheinübergangs für das Publikum währte vor allem bei den Radfahrern nicht lange. Denn für diese bedeutete die Überwindung der 16-stufigen Metalltreppe vom Werksgelände bei der Werkstatt auf das Niveau des Wehrs hinauf einen enormen Kraftakt.

Zu steil für die Passage mit dem Velo
6 Bilder
Treppenlift für Rollstuhlfahrer beim Wehreingang Nord des Kraftwerks Laufenburg
Treppenlift für Rollstuhlfahrer beim hinteren Wehrausgang
Links die geschlossene Metalltreppe, rechts die provisorische Rampe
Die steile Metalltreppe ist jetzt gesperrt
Die provisorische Rampe beim Wehr des Kraftwerks Laufenburg

Zu steil für die Passage mit dem Velo

Walter Christen

Zwar wurde am Rand der Treppe eine Schiene montiert, auf welcher sich die Velos schieben liessen. «Aber dennoch war das viel zu steil. Das haben wir schon in den ersten Tagen nach Öffnung des Wehrs bemerkt», erfuhr die Aargauer Zeitung von Alexander Lennemann, dem Leiter Kommunikation bei der Energiedienst Holding (EDH) AG, Laufenburg.

Helfer an der Treppe postiert

Als Sofortmassnahme hat Energiedienst bei der steilen Treppe zur Sicherheit der Benützer jeden Tag einen Helfer postiert, der den Passanten, die mit einem Fahrrad über das Wehr wollten, beim Überwinden der Stufen behilflich war. Immerhin stand da jemand jeweils von 6 Uhr in der Frühe bis abends um 22 Uhr.

Auf die Frage, wie der Übergang frequentiert wird, hielt EDH-Sprecher Lennemann fest: «Dem Helfer an der Treppe haben wir ein Zählgerät gegeben, sodass wir nun über eine ganz genaue Zahl verfügen: 6000 Personen haben das Wehr innerhalb des ersten Monats passiert, das heisst, von Mitte Mai bis Mitte Juni. Für uns ist das eine erfreuliche Zahl und natürlich auch ein Zeichen dafür, dass sich dieser Rheinübergang bei der Bevölkerung bester Akzeptanz und bereits sehr grosser Beliebtheit erfreut.»

«Rampe als Zwischenlösung»

In der Zwischenzeit ist die steile Treppe geschlossen und eine lange, flach ansteigende beziehungsweise abfallende Rampe entlang des Dammbalkenlagers errichtet worden. «Es handelt sich um ein Provisorium als Zwischenlösung. Wir planen einen definitiven Zugang. Doch bis die entsprechenden Pläne vorliegen, dürfte es noch ein paar Wochen dauern», so Alexander Lennemann.

Durch die Schliessung des ursprünglichen Treppenaufgangs ist der dort angebrachte Rollstuhllift nicht mehr in Betrieb. Das heisst, Rollstuhlfahrer gelangen jetzt ebenfalls über die Rampe auf das Wehr oder vom Wehr auf das übrige Werksgelände hinunter. Wer von der Schweizer Seite her auf das Wehr gelangt, kommt auf der Fortsetzung des Weges, auf deutscher Seite, an eine Steintreppe, die nach wie vor mit einem Rollstuhllift überwunden werden kann.

Ausserhalb des Kraftwerkareals gibt es entlang des Trassees der Deutschen Bahn einen begehbaren Weg nach Westen. Doch die Öffentlichkeit wartet auf eine Route, die es (noch) nicht. Es handelt sich um den Anschluss an die Laufenburger Altstadt, parallel entlang des Rheinufers bis zur alten Rheinbrücke. In Laufenburg Baden will man dieses fehlende Teilstück des Fussweges möglichst bald realisieren.