Laufenburg
Treibstoff aus Wasserkraft: keine Einsprachen gegen die geplante Diesel-Pilotanlage

Die Energiedienst Holding AG erwartet die Baubewilligung für die Produktionsanlage für synthetischen Diesel noch in diesem Monat.

Marc Fischer
Merken
Drucken
Teilen
Die geplante Anlage soll Strom aus Wasserkraft in synthetischen Treibstoff und in Wachse transformieren. (Archiv)

Die geplante Anlage soll Strom aus Wasserkraft in synthetischen Treibstoff und in Wachse transformieren. (Archiv)

Zur Verfügung gestellt

Die Energiedienst Holding AG plant beim Wasserkraftwerk Laufenburg gemeinsam mit der Audi AG und der Ineratec GmbH eine Pilotanlage zur Erzeugung von klimaneutralen Kraftstoffen .

Konkret soll in der Power-to-Liquid-Anlage Strom aus Wasserkraft in synthetischen Treibstoff und in Wachse für die Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie transformiert werden.

Überschüssiger Strom aus erneuerbarer Erzeugung könne so gespeichert werden und bei Bedarf umweltfreundlich Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren antreiben, schrieb Energiedienst in einer Medienmitteilung, als bekannt gegeben wurde, dass das Baugesuch eingereicht ist.

Ja vom Kanton steht noch aus

Mittlerweile ist die öffentliche Auflagefrist abgelaufen – und die Pilotanlage damit einen Schritt näher gerückt. Denn bei der Laufenburger Bauverwaltung sind innert der Frist keine Einsprachen eingegangen.

Ein Einwohner habe sich einzig danach erkundigt, wie das Vorgehen bei einer allfälligen späteren Erweiterung aussehe, so Raffael Weiss von der Bauverwaltung. Und er gibt auch gleich die Antwort: «Dann wäre ein neues Baugesuch nötig. Erteilt ist die Baubewilligung aber noch nicht, denn die Zustimmung des Kantons, dessen Fachstellen die Anlage auf Umwelteinflüsse prüfen, ist noch ausstehend.

Wie Energiedienst-Sprecher Alexander Lennemann gestern sagte, steht das Unternehmen mit «allen relevanten kantonalen Ämtern» in Kontakt. Nähere Angaben zu den Gesprächen wollte er mit Verweis auf das «laufende Genehmigungsverfahren» nicht machen.

Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass es bis zur Erteilung der Baubewilligung nicht mehr lange dauern wird. «Wir gehen davon aus, dass wir bis Ende dieses Monats die Baubewilligung erhalten.»

Aufbau noch in diesem Jahr

Sobald die Bewilligung vorliegt, wollen die drei beteiligten Unternehmen, die gemeinsam rund 3,5 Millionen Euro investieren, mit der Fertigung der Anlage beginnen. Sie besteht aus drei Containern und einem Trafohaus.

Der Aufbau und Bau in Laufenburg soll gemäss Lennemann im vierten Quartal des laufenden Jahres erfolgen. «Unser Ziel ist, dass wir noch im ersten Quartal 2019 mit der Produktion beginnen können», so der Energiedienst-Sprecher weiter.

Die Anlage kann pro Jahr rund 400 000 Liter synthetischen Diesel herstellen. Dieser enthält laut Energiedienst keine Schadstoffe und verbrennt beispielsweise nahezu schwefelfrei. Beim Herstellungsprozess entsteht zudem Wärme, die für Industrieanlagen und die Wärmeversorgung von Quartieren genutzt werden kann.

Ob die Anlage dereinst wirklich noch weiter ausgebaut werden soll, ist noch offen. «Grundsätzlich können wir uns eine Erweiterung vorstellen», so Lennemann, «das hängt aber von der Wirtschaftlichkeit und von der Marktentwicklung ab.»