Sulz

Traum vom Buchladen bald begraben: Schlechter Standort hält Kunden fern

Katrin Ursenbacher muss ihren Traum vom Buchladen bald begraben.NPF

Katrin Ursenbacher muss ihren Traum vom Buchladen bald begraben.NPF

Katrin Ursenbachers Bücherkiste steht vor dem Aus. Seit zwei Jahren hofft sie vergebens auf mehr Kundschaft. Schon der Start für das kleine Geschäft verlief alles andere als glücklich.

Nun holt Katrin Ursenbacher die Erkenntnis ein, «dass es wohl nie besser werden wird» mit dem Bücherkisten-Lädeli. Vom ersten Tag an lief das kleine Geschäft, wo Ursenbacher gebrauchte Bücher ab 20 Rappen anbietet, schlecht. «Bei der Eröffnung hatten wir Pech», sagt sie und meint damit die Überschwemmung nach dem grossen Unwetter im Mai 2013 ein paar Tage vor Ladeneröffnung.

Bis heute muss Ursenbacher ihr Lädeli über Buchverkäufe im Internet querfinanzieren. «Irgendwann müsste etwas dabei rauskommen.» In den vergangenen zwei Jahren fand jedoch kaum jemand den Weg in den ersten Stock des alten Gemeindehauses. «Es liegt wohl am Standort, man kommt hier nicht einfach so mal vorbei. Und die Öffnungszeiten sind natürlich auch nicht wie bei Exlibris», erklärt sich Katrin Ursenbacher die ausbleibende Kundschaft.

Wer gekommen ist, ist bewusst nach Sulz ins Bücherkisten-Lädeli gefahren. «Vor allem junge Mütter und ältere Damen gehören zur Kundschaft. Die kommen auch von weiter her und sind oft nicht aus Sulz selber», sagt Ursenbacher. Deutlich mehr Leute haben Bücher abgegeben, als gekauft. «In einem guten Monat sind knapp die Mietkosten gedeckt.»

«Verdammt viel Herzblut»

Jetzt ist «fünf vor zwölf» für die Bücherkiste. Für Katrin Ursenbacher platzt ein Traum, wenn sie in den Winterferien tatsächlich schliessen muss. Bis dann will sie der Idee noch eine Chance geben. Sie hat seit ihrer Ausbildung bei einem Verlag vom eigenen Bücherladen geträumt. Die Idee, Bücher günstig zu verkaufen, die sonst im Regal verstauben oder entsorgt würden, gefällt ihr nach wie vor. «Es steckt verdammt viel Herzblut drin», sagt sie wehmütig, wenn sie sich daran erinnert, wie sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern den Raum eingerichtet und die Regale aufgebaut hat.

In diesem Raum hat sie an kundenarmen Tagen auch angefangen, ihre ersten eigenen Bücher zu verfassen, «statt einfach nur die Zeit abzusitzen». Die Geschichten von Maskottchen Gigi, die auf ihre vorlaute und etwas naive Art von Reisen berichtet, sind Katrin Ursenbachers jüngstes Projekt. Ob diese auch mal in der Bücherkiste in Sulz gekauft werden können, steht noch in den Sternen.

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