Kaisten
«Topmüller» passt sich der Zeit an und reduziert die Öffnungszeiten

Vieles läuft heute online, dies ist der Grund weshalb der Laden nicht nur die Öffnungszeiten verändert.

Susanne Hörth
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Oliver Müller im Verkaufsladen in Kaisten. SH

Oliver Müller im Verkaufsladen in Kaisten. SH

Susanne Hörth

«Der grösste Unterschied für den Kunden ist, dass wir nicht mehr sechs Tage geöffnet haben», sagt Oliver Müller von Topmüller in Kaisten. Das Geschäft ist nur noch mittwochs von 14 bis 18.30 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Andere Block-Öffnungszeiten werden jeweils saisonal auf der Website des Unternehmens veröffentlicht. Es ist eine Anpassung an die Veränderungen der Zeit, so Philipp Müller. Optimierungen seien nötig gewesen.

Seit der Vater Tony Müller 1965 das Geschäft gegründet hat, ist vieles anders geworden. Was früher an der Ladentheke besprochen und verhandelt wurde, passiert vermehrt via Internet. So auch bei Topmüller.

Die Firma hat sich in den letzten 50 Jahren in verschiedene Bereiche weiterentwickelt, vereint heute unter «topmueller AG» neben dem Bereich rund ums Fahrrad Werkstatt, Sportpreise, Fitnessgeräte und Textilien auch noch einen Immobilienzweig. Längst arbeiten Philipp und Oliver Müller, die Söhne des Firmengründers Tony Müller, im Geschäft mit.

Ladenverkleinerung

Die Veränderungen betreffen nicht nur die reduzierten Öffnungszeiten, sondern auch eine Verkleinerung der bisherigen Ladenfläche. Erst vor einigen Jahren hat das an zentraler Stelle im Dorf beheimatete Geschäft zusätzlich zum bereits vorhandenen Ladenraum die durch die Schliessung des Restaurants Eichhörnchen leer gewordenen Räume dazugemietet. Das ehemalige Restaurant grenzt direkt an Topmüller an.

Und nun steht das ehemalige «Eichhörnchen» wieder leer. An der Dorffasnacht am Sonntag wurde gar spekuliert, dass hier wieder ein Café aufgehen könnte. Schon nach der Schliessung des Cafés Mitte 2010 machten die Eigentümer der Liegenschaft – sie gehört der Bromer Immobilien AG in Seon – deutlich, dass es nicht Ziel sei, die Räumlichkeiten wieder als Gastrobetrieb zu vermieten.
Auch bei Topmüller schliesst man eine solche Wiederverwendung eher aus. Wie die künftige Nutzung der freien Mietfläche aussehen wird, ist zurzeit in Abklärung. Dass hier wieder ein neuer Laden hinkommt, ist ebenso möglich wie die Variante Umbau zu Wohnraum. In der grossen Überbauung beim Rehmann-Brunnen befinden sich bereits heute zahlreiche Mietwohnungen.

Alte Pfade verlassen

Nochmals auf die Veränderungen im Velogeschäft eingehend, erklärt Oliver Müller, dass diese Branche grossen, saisonal bedingten Schwankungen unterliege. «Während vier Monaten, von März bis Juni, lauft extrem viel.» Danach flache das Geschäft deutlich ab. Es sei nicht einfach, qualifiziertes Personal für gerade einmal vier Monate zu bekommen. Wie auch in vielen anderen Geschäftszweigen sei auch es längst in der Velobranche so, dass vieles nicht mehr an der Verkaufstheke passiert, sondern zu grossen Teilen via Internet.

«Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen». Diesen Spruch von Manfred Grau zitieren die Firmeneigentümer auf ihrer Website. Diese neuen Wege wurden bereits beschritten. Seit das Unternehmen besteht, habe man auf Veränderungen reagiert und sich den neuen Bedürfnissen angepasst. Das werde auch weiterhin so sein, sagt Oliver Müller.