Oeschgen
Töfflitreffen: ein Traum für Schnäpperlibuebe

In Oeschgen organisieren vier Freunde ein Töfflitreffen – inklusive «Benzinschnüffelgespräche» und Ausfahrt.

Nadine Böni
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Alexander Riner, Marcel Voser, Georg Schlienger und Marcel Kuprecht (v. l.) organisieren in Oeschgen das Töfflitreffen.

Alexander Riner, Marcel Voser, Georg Schlienger und Marcel Kuprecht (v. l.) organisieren in Oeschgen das Töfflitreffen.

zvg

Alexander Riner und Marcel Voser erinnern sich noch gut: Die Puch Condor hatte es ihnen angetan, damals, vor gut 25 Jahren. Riner fuhr ein Modell der Ausgabe Sport, Voser eine X30. «In Porsche-Violett», sagt er mit einem Lächeln. «Die war ein Traum.» Die Mofas hatten sich die damals 14-Jährigen vom Sackgeld zusammengespart und mit Ferienjobs erarbeitet. «Sie bedeuteten für uns eine gewisse Freiheit», sagt Riner. Auf dem Schulweg oder in der Freizeit waren die Töffli treue Begleiter – und mehr als ein Gebrauchsgegenstand.

Klar, schraubten die «Schnäpperlibuebe» damals stundenlang an ihren Gefährten herum und tauschten unter einander Ersatzteile. Klar, war es auch ein Wettbewerb, welches Töffli denn am schärfsten aussieht und am schnellsten läuft. In den Töffli steckte einiges an Herzblut.

100 Töffli am ersten Treffen

Noch heute sind Alexander Riner und Marcel Voser begeisterte «Schnäpperlibuebe». Ihre ersten Töffli haben sie zwar beide irgendwann verkauft, um genug Geld für die Autoprüfung zu haben. «Das bereue ich heute schon», sagt Riner. Deshalb haben sie sich vor einigen Jahren wieder Töfflis zugelegt, dasselbe Modell wie damals. Damit tuckern sie heute ab und zu durch die Gegend und schrauben noch immer genau so gerne daran herum.

Mit ihrem Hobby sind sie nicht allein: Gemeinsam mit ihren Jugendfreunden Georg Schlienger und Marcel Kuprecht organisieren sie heute Samstag beim Schulhaus in Oeschgen ein grosses Töfflitreffen. Bei der ersten Ausgabe des Treffens vor einem Jahr kamen fast 100 Töfflifans – «von jung bis alt», sagt Riner. Neben 14-Jährigen, die eben erst die Töffliprüfung bestanden hatten, waren auch Pensionäre da, die dafür extra ihre alten Zweitakter aus der Garage holten und entstaubten.

Am ersten Treffen in Oeschgen nahmen 100 Töfflifans teil.

Am ersten Treffen in Oeschgen nahmen 100 Töfflifans teil.

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Unter den Töfflifans wird dann gefachsimpelt – über Hercules-Gabeln, Membranvergaser, Motorkolben und Auspuffe. «Benzinschnüffelgespräche» heisst das. Es gehört zu den liebsten Beschäftigungen der Töfflifans. Etwas anderes darf beim Treffen aber natürlich auch nicht fehlen: eine gemeinsame Ausfahrt in der Region. Im vergangenen Jahr tuckerten über 70 Töfflifahrer gemeinsam von Oeschgen nach Eiken. Wo die Route in diesem Jahr durchführt, ist noch ein Geheimnis.

«Die Töffli sind in den letzten Jahren wieder richtig in Mode gekommen», sagt Alexander Riner. Das zeigt sich auch auf dem Markt: Alte Mofas in Originalzustand sind selten zu finden und entsprechend teuer. Für ein Töffli in gutem Zustand werden heute schon einmal einige tausend Franken verlangt und auch gezahlt. Auch die Ersatzteile sind teuer.

Entspannt auf dem Land

Etwas aber ist über all die Jahre gleich geblieben: Die Freiheit von damals nämlich, sie begeistert die Töfflifans heute noch. Statt mit dem Auto oder dem Töff einen Ausflug zu machen, holen sie auch mal das «Schnäpperli» aus der Garage für eine grössere Ausfahrt. Alexander Riner erzählt von einer Fahrt an ein Treffen in Beinwil am See. Die Fahrt dauerte mehrere Stunden.

«Auf abgelegenen Strassen und in gemütlichem Tempo. Auf dem Töffli kann ich den Kopf völlig abschalten und entspannen», sagt er. «Die Töffli bedeuteten in unserer Jugend eine gewisse Freiheit. Es geht ein Stück weit auch darum, uns dieses Gefühl zurückzuholen», sagt auch Marcel Voser. «Eklig» sei nur, wenn sie auf ihren Töffli von einem E-Bike-Fahrer überholt werden. «Da sind wir schon etwas im Stolz verletzt», sagt Riner. Beide lachen.

Töfflitreffen: Samstag, 10 bis 20 Uhr, Schulhaus Oeschgen; 14 Uhr grosse Ausfahrt in der Region.