Fricktal

Töffmechaniker, Bauer, Badmeister: Was tun sie eigentlich im Winter?

Im Winterhalbjahr sind viele Motorräder im Service und es werden Oldies restauriert: Heinz Brutschi in der Töffwerkstatt in Eiken.

Im Winterhalbjahr sind viele Motorräder im Service und es werden Oldies restauriert: Heinz Brutschi in der Töffwerkstatt in Eiken.

Töffmechaniker, Bauer und Bademeister haben ihre hohe Zeit im Sommer. Was machen sie in der kalten Jahreszeit? Ein Augenschein im Winterquartier.

Was machen eigentlich der Töffmechaniker, der Bauer, der Eisverkäufer und der Bademeister im Winter? Der Motorradmechaniker kann sich Zeit nehmen, um Oldtimer zu restaurieren. Der Bauer kümmert sich um den Bürokram. Der Mann von der Eisdiele erholt sich von der Siebentagewoche im Sommer im Kreis seiner Familie. Der Bademeister hat die Badehose gegen den Overall ausgetauscht und betätigt sich als Bauamtsangestellter. Dies zeigt eine Nachfrage der Aargauer Zeitung bei den vier Berufsgruppen.

Töffmechaniker: «Viel zu tun»

«Die Leute wollen sich im Frühling auf ihre Motorräder setzen und losfahren, sobald das Wetter schön ist. Das heisst, wir haben im Winter viel zu tun in unserer Werkstatt», sagt Heinz Brutschi. Denn viele Kunden bringen im Herbst ihren Töff in die Werkstatt zu Brutschi Motos in Eiken, weil der Service fällig ist, weil es an der Maschine etwas zu reparieren gibt oder ganz einfach deshalb, weil sie ihr Motorrad beim Fachmann überwintern lassen wollen. «Es gibt bei uns keinen Unterbruch, das Geschäft läuft das ganze Jahr. Denn heutzutage wird auch im Winter Töff gefahren. Im Gegensatz zu früher, wo vom Herbst bis im Frühling oftmals das Nummernschild beim Strassenverkehrsamt hinterlegt wurde», sagt Brutschi.

Neben den Unterhaltsarbeiten an den Motorrädern gibt es da und dort einen Umbau oder es besteht Gelegenheit, dass sich das Team von Brutschi Motos um die Restauration von Oldtimern kümmern kann, bevor dann die Saison mit der eigenen Töffausstellung am 28. und 29. März wieder so richtig lanciert wird.

Bauer: «Im Winter die Büroarbeit»

Von wegen Schönwetter-Job: Die Töffmechaniker in Eiken haben auch im Winter zu tun.

Von wegen Schönwetter-Job: Die Töffmechaniker in Eiken haben auch im Winter zu tun.

Angesprochen darauf, was ein Landwirt im Winterhalbjahr macht, lacht der Laufenburger Bauer Beni Weiss und sagt: «Ich mache noch Mittagspause und gebe in diesem Moment tatsächlich das Bild vom Bauern ab, der am Tisch sitzt, einen Kaffee trinkt und die Zeitung liest.»

Die etwas ruhigere Zeit im Winter komme ihm gelegen, erwähnt er: «Ich kann die viele Büroarbeit erledigen, die einige Zeit in Anspruch nimmt. Auf dem Hof ist die Jauchegrube zu leeren, an den Maschinen gibt es einige Arbeiten zu verrichten, eine Bretterwand ist zu ersetzen und etwas frisch zu streichen», zählt Beni Weiss einige seiner Tätigkeiten im Winter auf.

Eisverkäufer: «Batterien aufladen»

Die Eisdiele «Mona Lisa» von Roberto La Grutta in Bad Säckingen ist von November bis Ende Januar geschlossen: «Ich arbeite im Sommer sieben Tage, täglich bis 14 Stunden und mache keine Ferien. Deshalb benötige ich die Winterzeit, um im Kreis meiner Familie meine Batterien aufzuladen», sagt der Eismann. Die Ruhepause hat er dieses Mal dazu genutzt, das Lokal sanft zu renovieren und die Theke zu vergrössern. «Sobald es warm wird, läuft bei uns das Geschäft. Wir haben viele Gäste aus der Schweiz, die über die alte Holzbrücke kommen. Sie lieben unser Eis.»

Bademeister: «Arbeit beim Bauamt»

Gegenwärtig sei er auf einem Kontrollgang zu Trafostationen, erklärt Bernhard Küng. Der Laufenburger Bademeister hat ein Hundertprozent-Pensum und ist daher im Winter beim Bauamt beschäftigt. Es ist für den Bademeister eine willkommene Abwechslung. «Ich betätige mich als Allroundmitarbeiter und helfe, wo Not am Mann ist.» Er wird im April mit dem neuen Laufenburger Bademeister, seinem Nachfolger Markus Eschbach, die Badi noch für die kommende Saison vorbereiten – dann geht er in Pension.

Meistgesehen

Artboard 1