Pharmaunternehmen

Tillots AG feiert ihr 30-Jähriges und liefert Einblick in die Firmengeschichte

Thomas A. Tóth, CEO Tillotts Pharma (l.), mit «seinem» Präsidenten Sachiaki Ibe.

Thomas A. Tóth, CEO Tillotts Pharma (l.), mit «seinem» Präsidenten Sachiaki Ibe.

Die Tillotts AG feierte gestern im «Volkshaus» in Basel mit verschiedenen Vorträgen ihre 30 Jahre – vielleicht kein spezielles Jubiläum, aber trotzdem Gelegenheit, um einen Blick auf diese nicht gross bekannte Firma zu werfen.

Tillots hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Übernahmen durch andere Firmen, durch das Management, erneut einen Firmenverkauf ... Doch alles der Reihe nach.

Die Firma kommt ursprünglich aus London – J.B. Tillott Ltd Chemists hiess eine Apotheke im London der 50er-Jahre. Sie entwickelte sich zum Grosshändler und zu einem wichtigen Anbieter von Arzneimitteln gegen Darmentzündungen. Die wichtigsten Produkte sind Asacol und Colpermin.

1986 wurde Tillotts Pharma AG gegründet und zog nach Hölstein, später nach Ziefen. 1995 wurde die Firma an die Medeva-Gruppe verkauft, 1999 kaufte das Management die Firma, nur zehn Jahre später ging sie an die mittellgrosse japanische Pharmafirma Zeria. Gestern war deren Chef, Sachiaki Ibe, an der Veranstaltung zugegen.

Rheinfelden liegt richtig

2009 zog die Firma nach Rheinfelden. Warum das? Thomas A. Tóth, CEO Tillotts Pharma AG, sagt am Rande der Veranstaltung, Rheinfelden sei sehr nahe von den grossen Pharmafirmen in der Stadt – und verkehrstechnisch gut gelegen. Weiter biete die Region ein sehr gutes Rekrutierungsfeld für hoch qualifiziertes Personal.

Tillotts arbeitet punktuell auch mit der Uni Basel zusammen. Das Ziel des Forschungsprojektes mit der Uni war es, innovative Formulierungen für Arzneimittel zu entwickeln. Diese Formulierungen bestehen aus Arzneimittelträgern mit innovativen Beschichtungssystemen, welche die Wirkstoffe zielgenau zu definierten Stellen im Magen-Darm-Trakt transportieren.

Die Spezialisierung ermögliche es Tillotts, die Behandlung der fünf bis sechs Millionen Menschen, die weltweit an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden, «zu optimieren und damit ihre Lebensqualität entscheidend zu verbessern», schreibt die Firma in einer Firmenbroschüre.

Keine Bauchschmerzen

Es geht im Einzelnen um die Krankheiten Colitis ulcerosa, gegen die Asacol eingesetzt wird, und die «Schwesterkrankheit» Morbus Crohn, wo Entocort angewendet wird. Die Produktion dieses Präparats kaufte Tillotts im vergangenen Jahr als Ganzes ein und bezahlte dafür 200 Millionen Franken.

Der Vorteil: Es kann über dieselben Kanäle wie Asacol vertrieben werden. Umsatz und Gewinn gibt die Firma nicht bekannt. Letzterer habe sich seit 2007 verzehnfacht, sagt Tóth. Die Firma machte damals mit rund 100 Angestellten einen Umsatz von 47,6 Millionen Franken. Heute sind es 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bereitet der hohe Franken keine Bauchschmerzen? «Nein, eigentlich nicht. Die Firma ist gut aufgestellt, produziert wird hauptsächlich im Ausland, und dort fallen entsprechend die Kosten an.» In Rheinfelden arbeiten am Hauptsitz 136 Angestellte und 52 in der Produktion in Ziefen.

Ist die Firma überhaupt gross genug? Noch nicht, findet Toth. Es brauche eine gewisse Grösse, um Schocks abfedern zu können. «Aber wir arbeiten daran.»

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