Kaisten
Tierlignadenhof in Not: Spenden sichern Betrieb für sechs Monate

Dem Hilferuf auf Facebook und in verschiedenen Printmedien folgte eine grosse Spendefreudigkeit. Ein Moment des Aufatmens für das Kaister Tierlignadenhof-Team. Ausruhen geht aber nicht, auf dem Tierlignadenhof stehen weitere Projekte an.

Susanne Hörth
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Der Tierlignadenhof wird viel besucht. So kam im April auch Lys Assia zu Monika Spoerlé auf den Kaister Hof.

Der Tierlignadenhof wird viel besucht. So kam im April auch Lys Assia zu Monika Spoerlé auf den Kaister Hof.

Susanne Hörth

«Wir freuen uns, Euch mitzuteilen, dass wir finanziell so gut unterstützt wurden, dass wir im nächsten halben Jahr keine Angst haben müssen, nochmals in der gleichen Situation zu sein», schreibt das Team vom Tierlignadenhof Kaisten mit spürbarer Erleichterung am Dienstagmorgen auf Facebook.

Vor zwei Wochen löste ein ebenfalls auf Facebook veröffentlichter Hilferuf eine grosse Medienpräsenz aus. Auch die az berichtete, dass die in diesem Frühjahr notwendigen Sanierungsmassnahmen auf dem Hof von Betreiberin Monika Spoerlé ein grosses Loch in die Kasse gerissen hatten.

Das Geld somit nicht mehr für die monatlichen Fixkosten von bis zu 20000 Franken reichte. Diese Summe braucht es für Pflege, Unterhalt, Futter usw. der rund 200 auf dem Gnadenhof beheimateten Tiere.

Viele Reaktionen

Die Medienberichte wie auch der Aufruf auf Facebook bescherte dem Tierlignadenhof-Team eine unglaubliche Fülle an Reaktionen aus der Bevölkerung. «Wir haben einen riesen Ansturm an Besuchern und Mails und Telefonaten bewältigen müssen. Die Rückmeldung war enorm und sehr positiv», so Janina Sutter.

Sie und ihre Zwillingsschwestern unterstützen Monika Spoerlé und ihre grosse Tiergemeinschaft schon seit vielen Jahren sehr intensiv. Wir danken jedem Einzelnen für die finanzielle Unterstützung, die tollen Ideen, die lieben Worte, das Engagement und die Hilfe», so der grosse Dank auf Facebook.

Einig sind sich zudem alle: «Es war unglaublich schön, solch positive Rückmeldungen zu erfahren. Dies alles hat uns die Kraft gegeben, weiter zu machen.»

Und weiterhin viel Kraft ist nötig. Denn nach wie vor braucht es trotz des zurzeit etwas besseren finanziellen Spielraums zum Überleben des Tierlignadenhofs Spenden. Weiter aber auch Menschen, die bereit sind, regelmässig anzupacken.

Viel Arbeit

Dazu sagt Janina Sutter stellvertretend für all ihre Mitstreiter: «Unsere Situation hat sich trotz der grossartigen Unterstützung nicht allzu sehr geändert - ausser dass wir noch mehr Arbeit haben und die neuen grosszügigen Spender natürlich gepflegt werden wollen.

In Zukunft sind weitere Projekte anstehend, die wir bewältigen müssen. Wir sind wir zwar für den Moment der finanziellen Misere entkommen - aber die nächsten Investitionen warten bereits.»

Dazu gehört unter anderem, dass die bestehende Parkplatzsituation vor der grossen Liegenschaft optimiert werden muss. Es braucht einen Mitarbeiter für den Aussenbereich. Schon seit längerem läuft die Suche nach einer Ablösung für Betreiberin Monika Spoerlé. «Ausserdem muss unsere administrative Arbeit strukturiert werden», so Janina Sutter.

«Dazu gehört ein Businessplan, Visionen und Konzepte. Zudem müsste eigentlich eine Mappe erstellt werden, mit welcher wir auf Gönnersuche gehen können.»

Nebst den monatlichen Kosten sind dann da auch noch die 200 000 Franken, die ein Tierlignadenhof-Freund für den Kauf des nötigen Auslauflandes neben der Liegenschaft vorgestreckt hatte. Dieses Geld muss zurückbezahlt werden. All dies ist nur ein kleiner Ausriss einer grossen Pendenzenliste.

Die Aufgabe, den vielen Tieren auf dem Kaister Gnadenhof ein Zuhause auf Lebzeiten zu geben, fordert viel. Die Liebe zu den Tieren alleine genügt da nicht. Dennoch ist es die Motivation des kleinen Tierlignadenhof-Teams, sich täglich mit grossem Einsatz für die Zukunft des Hofes zu engagieren.