Die grosse Dogge Elen ist am Dienstag zum zweiten Mal an den Augen operiert worden. Die OPs waren nötig, denn Elens Sehkraft war sehr schlecht. „Es geht ihr gut.» sagt Stefanie Sutter erleichtert. Die junge Frau wie auch ihre Zwillingsschwester Janina engagieren sich schon seit vielen Jahren für den Tierlignadenhof in Kaisten.

Elen ist einer der Hunde vom Tierlignadenhof und eines von rund 150 Tieren, die auf dem Hof von Betreiberin Monika Spoerlé leben. Hier in harmonischer Gemeinschaft ein Zuhause gefunden haben.

Trotz all der Harmonie belasten Geldsorgen das Tierlignadenhof-Team immer wieder. Damit verbunden auch grosse Existenznöte. Die grosse Aufgabe, sich um heimatlose, alte, kranke und nicht mehr gewollte Tiere zu kümmern, verlangt nach viel Liebe, einen Haufen Zeit, noch mehr Arbeit und insbesondere finanzielle Mittel.

Denn die Tiere brauchen Futter oder wie Dogge Elen medizinische Hilfe. Bis zu 20000 Franken können sich Kosten pro Monat summieren. In dieser Summe sind auch die Lohnkosten der beiden festangestellten Mitarbeiter eingeschlossen.

Kostspielige Infrastruktur

Doch nicht nur Futter und Tierarzt kosten. Um eine so grosse Familie an verschiedensten Tierarten beheimaten zu können, müssen Ställe, Gehege, Volieren und vieles andere gebaut und instand gehalten werden. Das marode grosse Haus war zudem schon lange sanierungsbedürftig. Der Umbau erfolgte dann auch im Frühling.

Eine, der ersten, die sich vom gelungenen Umbau vorort überzeugen liess, war die Grand Dame des Chansons, Lys Assia. Ganz alles beim Umbau passte leider nicht, einige Nachbesserungen waren nötig. Und die rissen ein grosses Loch in die sonst schon sehr karge Tierlignadenhofkasse.

Dem Aufruf vom Tierligandenhof-Team auf Facebook am 2. September um dringende finanzielle Unterstützung folgten verschiedene Medienberichte am Mittwoch und Donnerstag.

Der Social-Media-Appell hatte aber insbesondere zur Folge, dass am zurückliegenden Wochenende sehr viel los war auf dem Kaister Hof. Viele Leute kamen und brachten nicht nur Futter- sondern auch Geldspenden. Über das Interesse und die Spenden freuen sich Monika Spoerlé und ihr treuen Helfer sehr. „Der Tierlignadenhof ist nicht nur für die Tiere von grosser Bedeutung. Er bietet immer wieder auch für viele Menschen einen wichtigen Zufluchtsort. Menschen, die bei uns vom Stress und der Hektik des Alltags los lassen können. Dieses Energietanken möchten wir auch in Zukunft bieten können“, so Monika Spoerlé.

Nur Nebenamt

Kraft und Energie für ihre grosse Aufgaben brauchen aber vor allem auch Monika Spoerlé und ihr Team. Sie wissen, nur dank der Spenden kann der Tierlignadenhof überleben. „Wir brauchen auch Luft, um uns den vielen anderen Aufgaben auf dem Hof widmen können“, so Stefanie Sutter. Luft und Raum brauchen die treuen Helfer aber auch für sich selbst. Denn jeder von ihnen geht neben den umfassenden Aufgaben auf dem Tierlignadenhof einer Arbeit nach, jeder von ihnen hat ein Privatleben.

Den Kopf in den Sand stecken, verzweifeln ob der finanziellen Sorgen und der vielen Arbeit ist aber keine Frage.

Im Gegenteil: „Wir glauben fest daran, dass es weiter geht“, so Stefanie Sutter, streichelt dabei der frisch operierten Elen über den Kopf. Diese kann dank der Hilfe von tierliebenden Menschen sehen und damit in eine hoffentlich gute Zukunft schauen.