Beim Tierlignadenhof in Kaisten wird gebaut. In den letzten Wochen wurde an der Oberkaistenstrasse der Bachdurchlass vergrössert. «Im Zusammenhang mit diesen Bauarbeiten konnten wir Parkplätze einrichten», sagt Stefanie Sutter, die zusammen mit ihrer Schwester Janina seit gut drei Monaten den Hof leitet. Bis anhin war das Parkieren beim Tierlignadenhof nur beschränkt möglich.

Für die Parkplätze musste allerdings die bestehende Voliere für die beiden Raben weichen. Die beiden Vögel leben während der Umbauphase in der Vogelstation in Bern. «Sie sollen aber möglichst bald zu uns zurückkehren, deshalb brauchen wir eine neue Voliere», so Sutter. Ein entsprechendes Baugesuch liegt ab heute bis zum 5. August auf der Kaister Gemeindekanzlei auf. Die neue Voliere wird über 90 Quadratmeter gross – und damit grösser, als es die Tierschutzbestimmungen verlangen.

Hohe Investitionen

Damit noch nicht genug der Bauarbeiten: Auch ein neuer Anschluss an die Kanalisation ist geplant, um den Anforderungen des Gewässerschutzgesetzes gerecht zu werden. Auch dies ist Bestandteil des Baugesuchs. All das geht ins Geld. Stefanie Sutter rechnet mit Kosten von insgesamt rund 80 000 Franken. Dies ist ein stolzer Betrag für den Tierlignadenhof, der ausschliesslich von Spenden lebt. «Wir werden also sicher wieder Spendenbriefe verschicken und hoffen, dass sich Leute an den Umbaukosten beteiligen.» Allgemein sei die finanzielle Situation aber derzeit «tragbar», so Sutter weiter.

In den drei Monaten, in denen die Zwillingsschwestern den Hof nun bereits operativ leiten, hat sich gemäss Stefanie Sutter nicht allzu viel verändert. «Monica Spoerlé tritt aus gesundheitlichen Gründen einfach etwas kürzer», so Stefanie Sutter. «Sie bringt aber ihre ganze Erfahrung weiterhin ein.» Im Handelsregister etwa sei der Wechsel gar noch nicht eingetragen.

Zwischenprüfung bestanden

Beim aktuellen Baugesuch habe sich aber wieder einmal gezeigt, wie viel Aufwand auch in Sachen Administration anfallen. «Ich war froh, dass wir jemanden gefunden haben, der uns unentgeltlich half», so Sutter, die neben dem Tierlignadenhof einen 100-Prozent-Job im kaufmännischen Bereich ausübt. Daneben absolviert sie auch noch die Ausbildung zur Tierpflegerin. «Das ist nötig, wenn man mit so vielen Tieren arbeitet», sagt sie.

Gestern hat Stefanie Sutter den Bescheid erhalten, dass sie die erste Zwischenprüfung bestanden hat. Gute Aussichten also für die rund 150 hilfsbedürftigen Tiere, die auf dem Tierlignadenhof Zuflucht gefunden haben. Über ein Fünftel davon sind Katzen. Doch auch Ochse Cäsar und Wildschwein Joker gehören weiter zu den Bewohnern. Neue Aufnahmen sind nur möglich, wenn es vom Platz und von der Belastung der Mitarbeiter her tragbar ist. Wenn Tiere auf dem Hof keinen Platz finden, versuchen die Verantwortlichen, mit der Rubrik «Fremdvermittlung» auf der Website ein Zuhause für die Tiere zu finden.