Fricktal

Tiere leiden unter Trockenheit – Igel trifft die momentane Situation besonders hart

Igel sind aktuell auf Wasser- und Futtersuche.

Igel sind aktuell auf Wasser- und Futtersuche.

Die Trockenheit macht den Tieren zu schaffen – es kann ihnen aber geholfen werden.

Bis zu einem Dutzend Igel wuseln derzeit jeweils spätabends und nachts durch den Garten von Eva Frei, Gemeindeammann von Obermumpf. Schon seit Jahren kümmert sie sich ehrenamtlich für die Rheinfelder Igelstation um verwaiste Igelsäuglinge. Unter den nächtlichen Gästen ist auch mindestens einer ihrer ehemaligen Pfleglinge. Frei erkennt ihn an einem dunkeln Flecken Stacheln an seiner Seite.

Der Igel kommt immer wieder zurück in ihren Garten, weil er genau weiss, was ihn dort erwartet: Wasser und Futter, das Frei eigens bereitstellt. Es ist ein Angebot, das offenbar auch weitere Igel zu schätzen wissen – besonders jetzt. «Die Igel leiden unter der herrschenden Trockenheit», sagt Frei und schiebt nach: «Das tun alle Tiere.» An den Wasserstellen in ihrem Garten herrsche den ganzen Tag über ein reges Kommen und Gehen. «Auch Vögel, Eichhörnchen und Insekten trinken aus den Schalen.»

Die Igel trifft die momentane Situation besonders hart. Wegen der Trockenheit finden sie einerseits nicht ausreichend Wasser, andererseits fehlen ihnen auch die Futterquellen. Obwohl vor allem als Schneckenfresser bekannt, ernähren sich Igel bevorzugt von Insekten und Regenwürmern – sofern sie denn welche finden. «Regenwürmer hat es im Moment kaum», sagt Frei. «Und der Bestand an Insekten nimmt schon seit Jahren stetig und deutlich ab.» In der Schweiz sind laut dem Schweizer Vogelschutz Birdlife mittlerweile rund 60Prozent der Insektenarten bedroht. «Das trifft alle Tiere in der Futterkette der Insekten.»

Gerade in der jetzigen Situation hält es Frei deshalb für wichtig, die Tiere zu unterstützen. In ihrem Garten hat sie in verschiedenen Ecken mehrere flache Schalen mit Wasser aufgestellt. «Wichtig ist, das Wasser täglich zu wechseln und die Schalen gründlich zu reinigen, um die Verbreitung von allfälligen Krankheiten zu verhindern», erklärt sie. Sie kocht jeweils Wasser auf und spült die Schalen damit aus. «Das kann ich gut mit dem morgendlichen Kaffeekochen verbinden», sagt sie mit einem Lachen. In die Wasserschalen legt sie ausserdem einen Stein, der aus dem Wasser ragt. «So können sich Insekten, die ins Wasser fallen, retten.» Um den Igeln auch bei der Futtersuche zu helfen, verteilt Frei im Garten Katzenfutter. «Am besten eignet sich Trockenfutter. Dieses verstreue ich grossflächig», sagt sie. So werde das Futter nicht von Katzen weggefressen.

Der nächtliche Grossandrang in ihrem Garten zeigt: Die Massnahmen nützen den Igeln. Frei hofft daher, dass sie einige Nachahmer findet. Und noch einen Tipp hat sie für all jene, die den Igeln und anderen Tieren langfristig helfen wollen: Im Garten etwas Wildnis zulassen.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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