Laufenburg
Tiefenlager im Bözberg hat «massive Nachteile für Region»

Der Laufenburger Gemeinderat will wissen, wie die finanzielle Abgeltung im Fall eines Tiefenlagers im Bözberg geregelt werde. Zudem befürchtet er «massive Nachteile» für die Region.

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Tiefenlager im Bözberg

Tiefenlager im Bözberg

Keystone

Im Sachplanverfahren Geologisches Tiefenlager Bözberg läuft vom 1. bis 30. November das öffentliche Anhörungsverfahren. Der Gemeinderat Laufenburg hat sich mit dem Thema befasst und hält in seiner Eingabe folgende Punkte fest:

«Es muss vermutet werden, dass ein solches Tiefenlager a priori niemand vor seiner Haustür oder in seiner Nähe haben will. Aus verständlichen Gründen sind deshalb viele Bedenken und Ängste an den Informa-tionssitzungen vorgebracht worden.»

Die gewonnenen Eindrücke führen nach Bekanntgabe des Gemeinderats Laufenburg zu folgenden Überlegungen: «Vor irgendwelchen ideologischen Standpunkten ist das Thema ‹Sicherheit› zu behandeln. Aus diesem Grund muss der ausgewählte Standort in jeder Hinsicht, zweifelsfrei und unverhandelbar den Sicherheitsstandards vollumfänglich genügen. Finanzielle Überlegungen zum Thema Sicherheit sind dabei in den Hintergrund zu stellen. Es müssen objektive und von unabhängiger Seite entsprechende Gutachten vorliegen, in welchem auch international anerkannte Experten und Organisationen die Sicherheitsstudien zu prüfen und zu kommentieren haben.»

Auswirkungen aufs Trinkwasser?

Weiter fragt der Gemeinderat Laufenburg in seiner Eingabe: «Sind durch das Tiefenlager Auswirkungen auf Personen und Umwelt, insbesondere auf unser Trinkwasser, zu erwarten, wenn nein, warum nicht? Bei einem Dammbruch des Schluchsees ist zu erwarten, dass grenznahe Schweizer Gebiete überschwemmt werden. Welche Auswirkungen hätte deshalb ein Dammbruch des Schluchsees auf das Tiefenlager Bözberg? Wenn keine Auswirkungen zu erwarten sind, weshalb nicht?»

Den Gemeinderat Laufenburg nimmt wunder, welche Auswirkungen Naturereignisse auf ein Tiefen-
lager haben können, zum Beispiel Hochwasser, Überschwemmungen, Erdrutsche, Erdfall und anderes. Die Behörde will auch wissen, welche Auswirkungen ein Erdbeben der Intensität ab 7,5 auf der Richterskala auf das Tiefenlager hätte.

Bereits durch AKW belastet

Einige Gemeinden seien durch die Atomkraftwerk-Standorte, aber auch durch das Zwischenlager (Zwilag) in Würenlingen bereits «belastet», so der Gemeinderat Laufenburg. Und weiter: «Ein Tiefenlager im Bözberg würde die Region zusätzlich belasten. Es ist davon auszugehen, dass die betroffene Region an Attraktivität verliert und die jahrelangen Anstrengungen zur Ansiedlung von natürlichen und juristischen Personen arg strapaziert würden.»

«Immobilienpreise würden fallen»

«Es ist zu befürchten, dass die Liegenschaftspreise, die Landpreise und auch die Mieten massiv sinken würden und mit finanziellen Einbussen zu rechnen wäre. Bei einem allfälligen Standort Bözberg hätte die ganze Region deshalb massive Nachteile zu tragen. In einem solchen Fall wären nicht nur die so genannten Standortgemeinden, sondern die ganze Region zu berücksichtigen. Unabhängig eines Standortentscheids,: Wie soll der finanzielle Ausgleich für die betroffene Region ausgestaltet werden?»

Der Gemeinderat stellt die Frage in den Raum: «Was sind die Kriterien und Gewichtungen für einen finanziellen Ausgleich in der vom Standort betroffenen Region?»

Die Planung für das Tiefenlager erfolge auf dem Stand der heutigen Technik und Wissenschaft, heisst es in der Eingabe des Gemeinderats Laufenburg. Unabhängig des Standorts müssten deshalb der Zugang zum eingelagerten Material und die Rückholbarkeit der Abfälle stets gewährleistet sein.

Der Gemeinderat Laufenburg erwartet deshalb von den Verantwortlichen des Projekts, dass alle diese vorstehenden Überlegungen in die weitere Bearbeitung der Pläne für ein Tiefenlager Bözberg einbezogen werden. (az)