Zeiningen
Theaterverein startet einen Frontalangriff auf das Zwerchfell

Das Zeininger Theater-Ensemble gibt bei der Premiere von «Dr Willi im Offside» viele Gelegenheiten zum Schmunzeln

Ingrid Arndt
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Das Theaterstück von Rolf Bechtel besticht durch Turbulenzen und Missverständnisse und sorgt beim Publikum für viel Unterhaltung. Ingrid Arndt

Das Theaterstück von Rolf Bechtel besticht durch Turbulenzen und Missverständnisse und sorgt beim Publikum für viel Unterhaltung. Ingrid Arndt

Es ist schon eine Krux mit den Frauen – just wenn grosser Fussball im Fernsehen läuft, wollen sie ihren Männern gehobene Kultur verordnen. Zum Beispiel einen Opernbesuch. Nicht eben geradlinig agieren da die Herren bei ihren Ausweichmanövern.

Genau das zeigte der Theaterverein Zeiningen zur Premiere ihrer diesjährigen Produktion in dem Lustspiel «Dr Willi im Offside» (von Rolf Bechtel) unter der Regie von Andrea Brogli. Ein Frontalangriff auf das Zwerchfell der Gäste mit herrlich spritzigen, stets missverständlichen Dialogen, Verwechslungen, hochbrisanten Situationen in atemberaubenden Tempo wundervoll inszeniert vom gesamten Darstellerteam.

Doch nicht nur Unternehmer Willi (Josef Schlienger) war in diesem Stück im Abseits, auch die anderen Akteure befanden sich im Laufe der Komödie mehr oder weniger dort. Ungemütlich heiss wurde es dann.

Willi ist schwer im Stress

Alles fing an mit dem grünen «Glüggskleid» von Anni (Rita Freiermuth), das ihr Vater Willi rechtzeitig aus der Reinigung bringen sollte. Vieles hing davon ab.

Aus der unscheinbaren grauen Maus Anni sollte damit eine Schönheit für den Opernbesuch werden und ausserdem zum kommenden Hochzeitstag mit Klaus (Andy Kägi) das müde gewordene Eheleben wieder aus seichten Gewässern fahren.

Klaus, diesem herrlichen Witzbold und Tausendsassa, plagten urplötzlich bei der Aussicht auf den Opernbesuch heftige Bauch- und Kopfschmerzen – dabei den Blick fest auf Fernseher und Fussball.

Sein Schwiegervater Willi ist ebenfalls schwer im Stress, denn er hat das grüne Glückskleid kurzzeitig seiner Büroangestellten Susi (Luzia Schlienger) ausgeliehen, die ihr eigenes zerrissen hatte. Nun aber ist sie verschwunden – mit Kleid.

Seine Frau Hedwig (Renate Erni) ist sauer, weil nun auch er nicht rechtzeitig für den Opernbesuch parat ist. Als es sich Klaus auf dem Sofa mit viel Bier gerade gemütlich gemacht hat, taumelt Susi völlig benommen herein – im grünen Glückskleid.

Nach dem Genuss von Pralinen im Übermass – gegen die anschliessende Übelkeit wirft sie sich diverse Tabletten ein – schmeisst sie sich nun lallend wie eine nur halbaufgeblasene Gummipuppe dem verdutzten Klaus an den Hals.

Im Laufe des Abends wird sie dann noch in den Armen von weiteren Herren landen. Kläglich scheitert auch der Versuch der Männer, ihr das grüne Kleid vom Leibe zu ziehen. Selbst unter Anleitung von Rosa (Marianne Derungs), diesem schillernden Paradiesvogel, funktioniert es nicht. Rosa wiederum versucht recht eigennützig, aus der Situation Kapital zu schlagen, weil sie in ihren Chef Willi verliebt ist.

Der lebensmüde Beppo

In all den Turbulenzen macht es sich der unscheinbare Hausmitbewohner Theo (Beat Senger) im Wohnzimmer gemütlich, verheddert sich heillos in der Fernbedienung des Fernsehers.

Susis Freund, der lebensmüde Beppo (Urs Kägi), stürzt herein, zwei Polizisten (Hans Mösch, Michaela Senger) tauchen auf, um ein Drogendelikt abzuklären, und als ob das Durcheinander nicht schon gross genug wäre, kommen auch Anni und Hedwig viel zu früh nach Hause. Ein Abend also mit jeder Menge Situationskomik und amüsanten Zweideutigkeiten. Die Besucher waren begeistert.